Hohen Renditeversprechen von Lebensversicherungsfonds ist nicht zu trauen

„Gebrauchte“ Kapitallebensversicherungen aus England und den USA werden jetzt über Fonds angeboten. Als Anleger werden Sie mit „weitgehend steuerfreien Renditen“ von etwa 10 bis 12 Prozent jährlich geworben. Das klingt verlockend, ist jedoch auch mit einigen Unwägbarkeiten verbunden.

So seien diese Renditen angeblich unabhängig von der Marktentwicklung traditioneller Anlageformen. Was so nicht stimmt. Denn: Davon lassen sich die Ausschüttungen von Versicherungen nicht abkoppeln.

Auch amerikanische und englische Versicherungen dürften weniger erwirtschaften als in vergangenen Jahren. Weiter zweistellige Wertzuwächse sind deshalb kaum zu erwarten.

Geworben wird zudem mit der steuerfreien Übertragbarkeit auf Dritte. Das ist bisher möglich. Indes: Auch die Lebensversicherungen sollen nach den Berliner Plänen auf den steuerlichen Prüfstand kommen. Dabei ist zu erwarten, dass bisherige Steuervorteile zumindest teilweise entfallen. Daraus folgt:

Beteiligungen an Lebensversicherungsfonds eignen sich derzeit nur als Beimischung. Vor allem, da nicht absehbar ist, wie die Besteuerung demnächst aussieht. Nicht zu vergessen:

Kassieren die Fonds hohe Management- und Verwaltungsgebühren, mindert auch das Ihre Rendite. Ebenso, wenn ein hohes Agio verlangt wird. Darüber sollte bei größeren Summen verhandelt werden.

Veröffentlicht am 12. Juli 2008
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