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Börsengehandelte Fonds: ETFs – 2 Arten der Indexabbildung

geschrieben von Rolf Morrien

In den vorherigen Folgen der Themenreihe „Börsengehandelte Fonds“ haben Sie unter anderem Vor- und Nachteile, sowie ETF-Strategien kennen gelernt. Dabei wurde immer von einem zugehörigen oder abgebildeten Index gesprochen. Wie diese Indexabbildung im Einzelnen abläuft, möchte ich Ihnen im letzten Teil der Serie erklären.

Wie läuft die Indexabbildung ab?
Grundsätzlich wird zwischen drei Arten der Indexabbildung unterschieden. Der "Full- Replication" (vollständige Abbildung), dem "Sampling" (Auswahl repräsentativer Aktien) und der synthetischen Abbildung durch "Swaps".

Da die Swap-Methode ziemlich komplex ist und sehr ausführlich beschrieben werden müsste, reicht hier als Kurzform: Der ETF-Anbieter geht dabei ein Tauschgeschäft (=Swap) ein und kann so eine besonders günstige Index-Abbildung erreichen.

Index-ETFs: Die Full-Replication-Methode
Ein ETF nach der "Full-Replication-Methode" enthält 1:1 alle im zugehörigen Index enthaltenen Aktien. Dabei wird die Gewichtung der einzelnen Aktien natürlich berücksichtigt.

Beispiel: Sie besitzen einen ETF auf den DAX, der nach der "Full Replication Methode" den Index abbildet. In diesem ETF sind dann alle 30 DAX-Aktien  enthalten. Da die Deutsche Bank beispielsweise einen größeren Einfluss auf den Index hat als HeidelbergCement, sind im ETF auch mehr Anteile der Deutschen Bank enthalten.

Index-ETFs: Die Sampling-Methode
Soll ein Index mit vielen Werten abgebildet werden, wie zum Beispiel der amerikanische Index S&P 500, wird zum Teil auch die "Sampling-Methode" angewendet.

Denn bei 500 im Index enthaltenen Aktien fallen mit der "Full-Replication-Methode" hohe Transaktionskosten an, die an die Kunden weitergegeben werden müssten. Mit der "Sampling-Methode" werden nur diejenigen Aktien gekauft, die erfahrungsgemäß für die Wertentwicklung des Index entscheidend sind.

Dadurch werden Kosten gespart. Da nicht alle Aktien gekauft werden, ist es eine wahre Kunst, mit der Sampling-Methode einen Index abzubilden. Viele Index-ETFs, die sich der Sampling-Methode bedienen, weisen daher eine kleinere Abweichung vom  wahren Index auf. Diese Abweichung bewegt sich aber im unteren einstelligen Prozentbereich.

Fazit
Wenn Sie einen ETF suchen, der den ausgewählten Index möglichst genau 1:1 abbildet, bietet sich ein ETF mit der "Full-Replication-Methode" an.

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Rolf Morrien

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