Geldanlage

Die Suche nach dem richtigen Finanzprodukt: Tipps zur Altersvorsorge

geschrieben von Burkhard Strack

Viele Arbeitnehmer und Selbstständige wissen, dass sie selbst fürs Alter vorsorgen sollten, denn ihre Rente aus der gesetzlichen Rente wird deutlich niedriger ausfallen als die der heutigen Rentnergeneration. So weit, so gut. Doch es ist nicht einfach, eine Altersvorsorge zu finden, die einerseits eine sichere Zahlung im Alter garantiert und andererseits renditestark ist.

Lesen Sie hier, was Experten für die Altersvorsorge raten.

Lebensversicherungen sind ein Auslaufmodell

Früher war die private Altersvorsorge einfach: Viele haben mit Beginn der Berufstätigkeit oder zur Familiengründung eine Lebensversicherung abgeschlossen, die brachte dann Jahr für Jahr einen verlässlichen Wertzuwachs. Doch Lebensversicherungen werden heute nicht mehr empfohlen. So warnt beispielsweise Dr. Hans Georg Freiermuth, Direktor Produktmanagement Leben und betriebliche Altersvorsorge bei Swiss Life Deutschland, auf magazin.tecis.de/finanzratgeber/: "Wer künftig noch eine klassische Lebensversicherung abschließt, legt sich über Jahrzehnte auf einen niedrigen Zinssatz bei hohen Garantiekosten fest."

Null Prozent Zinsen

Schuld daran sind die anhaltend niedrigen Zinsen. Seit März dieses Jahres liegt der Leitzins der Europäischen Zentralbank EZB bei null Prozent – kein Wunder, dass auch Geschäftsbanken keine positiven Zinsen für Sparguthaben oder Sparprodukte mehr anbieten. Auch Bundesanleihen, früher ein beliebtes Anlageprodukt in der Altersvorsorge, bringen keine positive Rendite mehr: Erstmals werden Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit ohne Verzinsung angeboten. 

Wachstumschancen auf dem Aktienmarkt

Eine ausgewogene Altersvorsorge enthält bei passendem Risikoprofil heute auch einen Anteil Aktien. Langfristig gesehen bringen Aktien mehr Rendite als die meisten anderen Anlageformen. Die Risiken, die zweifellos vorhanden sind, lassen sich mit einigen Tricks begrenzen: Streuen Sie die Anlage über verschiedene Branchen sowie über unterschiedliche Länder und Regionen – oder setzen Sie auf Investmentfonds.

Noch sind die Deutschen aber eher zurückhaltend, was Aktienbesitz angeht – nur 12,6 Prozent der Ostdeutschen und 14,4 Prozent der Westdeutschen besitzen Aktien. Immerhin steigt die Zahl der Aktionäre deutlich an, das Deutsche Aktieninstitut spricht bereits vorsichtig von einem möglichen Trend.

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

Staatlich geförderte Produkte für die Altersvorsorge gehören auf jeden Fall zu einer seriösen Finanzberatung dazu. Die Riester-Versicherung und die Rürup-Rente sind besser als ihr Ruf. Gerade für junge Familien machen die staatlichen Zulagen einen großen Teil des Wertzuwachses dieser Renten aus, dies führt meist zu einer positiven Rendite. Vorteilhaft sind auch Produkte der betrieblichen Altersvorsorge mit oder ohne Beteiligung des Arbeitgebers, denn dadurch sinken die Sozialabgaben.

Der Lebensabend in den eigenen vier Wänden

In Großstädten und Ballungsräumen steigen die Preise für Immobilien deutlich an. Wer ein Haus oder eine Wohnung als Altersvorsorge erwerben möchte, sollte daher genau nachrechnen. Zwar sind die Zinsen für die Immobilienfinanzierung nach wie vor unschlagbar günstig, aber die Märkte sind teilweise überhitzt. Daher ist genau zu prüfen, wie sich der Wert der Immobilie entwickeln könnte. Diese Frage ist besonders heikel, wenn die Immobilie im Alter verkauft werden soll, beispielsweise um eine Seniorenwohnung zu finanzieren. Grundsätzlich bringt die abbezahlte Immobilie im Alter natürlich Vorteile, weil die Lebenshaltungskosten sinken.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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