Geldanlage

Aktienanlage: Eigenen sich Bankaktien noch zum Kauf?

geschrieben von Jörgen Erichsen

Bankaktien im Allgemeinen sind in den vergangenen Jahren seit der Finanzkrise arg in Verruf geraten. Bei vielen, durchaus etablierten, Banken hat sich herausgestellt, dass sie große finanzielle Belastungen zu schultern haben. Die Kurse der Institute sind entsprechend eingebrochen. Aber es gibt durchaus attraktive Werte, die man sich für die eigene Aktienanlage ansehen kann.

Vorweg sei gesagt, dass Sie bei Bankaktien nach wie vor extrem vorsichtig sein müssen. Aber das gilt im Grunde ja generell für jedes Investment bei Aktien. Sorgfältige und umfassende Information im Vorfeld ist immer notwendig – und noch mehr bei Bankaktien. Allerdings: Wo es Risiken gibt, gibt es auch Chancen, also auch bei Bankaktien.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, Bankaktien zu kaufen, sollten Sie mehr noch als bei anderen Aktien einen Blick über die deutschen Grenzen hinaus werfen. Denn es gibt einige internationale Institute, die auch während der Krise profitabel gearbeitet haben und die kaum oder nur in geringem Umfang in extreme Risikopapiere investiert haben.

Daher ist bei diesen Instituten auch der Abschreibungsbedarf, der sich sowohl auf Gewinne als auch die Stabilität des Geschäfts auswirkt, eher gering. Die Kurse dieser Institute sind auch in der Finanzkrise weniger stark eingebrochen als z. B. bei deutschen oder bekannten europäischen Banken. Und einige Unternehmen haben sogar weiter Dividenden gezahlt, wenn auch leicht gekürzt, um die Liquidität in der Krise zu schonen.

Bankaktien besonders sorgfältig auswählen 

Wenn Sie sich für den Kauf von Bankaktien interessieren, sollten Sie bei Bewertung und Analyse genau so vorgehen wie bei anderen Aktien: Sehen Sie sich den Langfrist-Chart der Bank an. Steigt er über einen Zeitraum von 15 und mehr Jahren? Wie stark ist er in der Krise eingebrochen? Hat das Institut trotz Krise Dividende gezahlt? Wie lange zahlt es überhaupt Dividende? Wo steht der Kurs heute? Notiert er noch unter den Höchstwerten? Hat er sie wieder erreicht? Oder sogar übertroffen?

Wie haben sich auch die Geschäftszahlen entwickelt? Welche Prognosen gibt die Bank selber ab? Ist das Geschäft konservativ und umfasst keine unkalkulierbaren oder in-transparenten Geschäfte? Was sagen renommierte Analysten zur künftigen Entwicklung? Diese Fragen oder ähnliche sollten Sie stellen.

Ein Institut, das fast unbeschadet durch die Krise gekommen ist, ist in Deutschland kaum bekannt. Die kanadische Bank of Nova Scotia wurde 1832 gegründet und zahlt seitdem ununterbrochen eine Dividende. Mit Ausnahme der Wirtschaftskrise hat sie diese seit 10 Jahren im Schnitt um mehr als 10 % pro Jahr gesteigert (Heimatwährung).

WICHTIG: Es handelt sich explizit nicht um eine Aktien-/Kaufempfehlung, sondern nur um ein Beispiel, das verdeutlichen soll, dass auch Aktien aus Branchen mit höheren Risiken Chancen auf Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen bieten. Bitte beachten Sie unbedingt, dass der Kauf von Bankaktien weiterhin mit größeren Risiken als in anderen Segmenten verbunden sein kann. Im Extremfall drohen Ihnen hohe Kursverluste.

Wenn Sie investieren wollen, sollten Sie nur einen kleinen Teil Ihres Geldes in Bankaktien stecken und auf eine breite Streuung (mehrere Branchen, mehrere Aktien) achten.

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Jörgen Erichsen

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