Aktien & Börse

VW-Aktien: 3 Gründe gegen den vorschnellen Verkauf

geschrieben von Burkhard Strack

Der Abgas-Skandal bei dem Volkswagen Konzern sorgte dafür, dass sich die VW-Vorzugsaktien auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren befinden. Sie besitzen VW-Aktien und sind unschlüssig, ob Sie diese besser verkaufen oder doch halten sollen und darauf vertrauen, dass VW und somit die VW-Aktien diesen Skandal überstehen?

Was sagen Analysten? Im Laufe eines Tages ist die VW-Aktie unter 92 Euro gefallen. Der Wert liegt damit sogar niedriger als das zweitniedrigste Kursziel, das Analysten nach dem Abgas-Skandal angaben. Seit dem Bekanntwerden des Skandals hat das Papier rund 40 Prozent seines Wertes eingebüßt. Ist das ein Grund zur Sorge und berechtigt dazu, die VW-Aktien abzustoßen? Der große Teil der Analysten zeigt sich optimistisch, was die weitere Entwicklung der VW-Aktien anbelangt.

Generelle Einschätzungen zu den VW-Aktien

Grundsätzlich sollten Sie bedenken, dass Aktien keine kurzfristige Anlagemöglichkeit sind. Für den kurzfristigen Kick sorgen eher Optionen. Sie sollten deshalb der VW-Aktie nicht sofort den Rücken kehren und diese verkaufen. Stattdessen ist Ruhe angebracht und das mittelfristige Ziel im Auge zu behalten. Analysten gehen davon aus, dass die VW-Aktien in einem Jahr wieder deutlich mehr wert sein werden.

Pessimistische Stimmen prognostizieren, dass die Aktie in einem Jahr lediglich um die 82 Euro rangieren wird. Optimisten hingegen sprechen von einer Kurserholung, die bei 290 Euro liegen wird. Ein Mittelwert der Analysten siedelt sich bei 155 Euro an. Unumstritten ist, dass es sich bei VW um einen Weltkonzern handelt und der derzeitige Abgas-Skandal für große Unruhe gesorgt hat. 

Harte Fakten statt Spekulationen

Statt zu blindem Aktionismus zu greifen, sollte jetzt Ruhe bewahrt werden. Volkswagen hat Diesel-Abgaswerte manipuliert und es ist sicher, dass dies Konsequenzen mit sich bringt. Doch es handelt sich um geschönte Abgaswerte und nicht um versagende Bremsen oder funktionslose Airbags, über die Fahrer nicht rechtzeitig informiert worden sind. Fehler bei anderen Autoherstellern haben zu zahlreichen Todesfällen geführt und bei VW geht es um frisierte Abgaswerte. Der Skandal bei VW soll nicht heruntergespielt, aber auch nicht überbewertet werden. Der Konzern zieht Konsequenzen und stellt sich der Herausforderung, um das Vertrauen der Kunden wieder zu erlangen.

Dass der Abgas-Skandal bei den Wolfsburgern für einen Fall der VW-Aktien gesorgt hat, bedeutet nicht, dass sich diese in einem Langzeittief befinden werden. Mittlerweile zeigt die VW-Aktie schon wieder einen besseren Wert. Einige spekulieren, dass nun alle deutschen Autohersteller unter Generalverdacht stehen und somit die Marke "Made in Germany" vor dem Ende steht. Das stimmt so nicht und wird auch zukünftig nicht so sein.

Kritische Stimmen bemerken, dass defekte Zündschlösser bei GM dazu führten, dass 174 Menschen den Tod fanden. GM zahlte 900 Millionen US-Dollar. Bei VW handelt es sich nach ersten Angaben um angeblich 18 Milliarden US-Dollar Strafe wegen Abgaswerten, die verschönt wurden. Verkaufen wir nun alle unsere VW-Aktien und lassen uns von der Panikmache anstecken, verlieren wir nicht nur Geld, sondern auch das Vertrauen in einen wichtigen Teil unserer Wirtschaft. 

Abwarten steht vor dem Verkauf

Statt panikartig die VW-Werte abzustoßen, sollten Sie diese behalten. Der Konzern ist an zahlreichen anderen Geschäften beteiligt, die von Turboladern über Gasturbinen, Kompressoren, Spezialgetrieben bis hin zu Windrädern und Gleitlagern reichen. Weiter bietet der Volkswagen Konzern ein großes Spektrum an Finanzdienstleistungen wie Flottenmanagement, Kunden- und Händlerfinanzierungen oder Leasing.

Die VW-Aktien werden sich wieder erholen, auch wenn das nicht so schnell geschehen wird, wie der Absturz nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals. Abwarten und Halten ist in diesem Fall ratsamer, als überschwappende Panik und Verkauf der VW-Aktien.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

Leave a Comment