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Genussscheine: Mit einem typisch deutschen Wertpapier Ihr Depot bereichern

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geschrieben von experto.de

Kennen Sie Genussscheine? Das sind Wertpapiere, die es fast nur im deutschsprachigen Raum gibt. Der „Genuss“ besteht aus jährlichen Ausschüttungen, von denen Sie als Inhaber profitieren. Genussscheine sind ein Mittelding zwischen Aktien und Anleihen. Wer einen Genussschein kauft, bekommt dafür jährliche Ausschüttungen.

Üblicherweise laufen Genussscheine sehr lange: 40 Jahre sind keine Seltenheit. Die jährliche Ausschüttung kann fest wie ein Zins sein, aber auch variabel wie eine Dividende ­das kommt auf das jeweilige Papier an und steht in den Genussschein-Bedingungen, die der Emittent veröffentlicht.

Empfehlenswert sind Genussscheine mit fester Ausschüttung. Die Zinsen liegen meist deutlich über denen von Anleihen. Dafür haben Sie ein etwas größeres Risiko: Macht der Emittent in einem Jahr keinen Gewinn, darf er die Ausschüttung aussetzen, so ist es bei den meisten Genussscheinen. Immerhin verpflichten sich die meisten Emittenten, fehlende Ausschüttungen im Folgejahr nachzuholen. Bei Insolvenz des Unternehmens werden Genussscheininhaber allerdings nachrangig bedient.

Trotzdem können grundsätzlich Genussscheine als sehr sicheres Investment gelten. Die meisten Genussschein-Emittenten sind übrigens Banken. Daher hat das Ansehen der Genussscheine unter der Finanzkrise ziemlich gelitten. Zu Unrecht, sagen Fondsmanager, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben.

Da diese Wertpapiere international nicht bekannt sind, wurden sie einfach den Banken-Anleihen zugeschlagen und zusammen mit diesen systematisch abgestraft. Jedoch: Niemand weiß, welche unangenehmen Überraschungen im Zuge der US-Immobilienkrise noch kommen. Daher sollten Sie im Moment keinen Banken-Genussschein und auch keinen Genussschein-Fonds kaufen.

Aufgepasst bei Windkraft-Genussscheinen & Co.
Derzeit wird offensiv für Windkraft-Genussscheine geworben. Klingt nach einem ökologischen Investment. Aber Vorsicht: Nicht börsenhandelbare Genussscheine sind undurchsichtig und sehr riskant: Geht es dem Emittenten schlecht, können Sie nicht einfach verkaufen. Außerdem sind unter den Emittenten einige schwarze Schafe. Also besser Finger weg! Das gilt letztlich auch für "Trüffelzinsen" u. Ä., also für alle nicht börsenhandelbaren Genussscheine.

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