Aktien & Börse

Aktienkauf im Alter: Lohnt sich das noch?

geschrieben von Burkhard Strack

Ein häufiger Ratschlag lautet, im Alter den Aktienanteil am Vermögen zu verringern. Ist das wirklich immer sinnvoll oder lohnt es sich der Aktienkauf im Alter sogar? Dieses und mehr erfahren Sie im folgenden Artikel.

Aktien mit zuverlässiger Dividendenzahlung sind sinnvoll. Der übliche Ratschlag zur Vermögensumschichtung von Aktien zu festverzinslichen Anlageformen beruht auf der unsicheren Kursentwicklung der Anteilscheine. Wenn Sie jedoch statt auf eine eventuelle Wertsteigerung auf die jährlichen Dividenden als Zusatzeinnahmen zielen, können Sie den Aktienkauf im Alter als Anlageform nutzen. Die vermutete weitere Kursentwicklung ist in diesem Fall für Sie nicht interessant, sie achten stattdessen ausschließlich auf die Höhe der bislang bezahlten Dividende und auf Prognosen über deren künftige Entwicklung.

Auf die Dividende kommt es am

Diese lässt sich zwar nicht sicher vorhersagen, aber einige Fakten sprechen für eine starke Rendite in den Folgejahren. Hierzu gehört in erster Linie die seit einigen Jahren konstante oder moderat anwachsende Dividende. Die veröffentlichte Dividendenrendite bezieht sich jeweils auf den Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Für den tatsächlichen Zinsgewinn des einzelnen Anlegers maßgeblich ist hingegen der tatsächlich bezahlte Preis. Sinkende Aktienkurse stellen für jeden an der Rendite interessierten Aktiensparer somit ein Kaufsignal für den Aktienkauf im Alter dar. 

Das Risiko minimieren

Sinkende Kurse sind für ausschließlich auf die jährliche Dividende achtende Anleger beim Aktienkauf im Alter nicht relevant und stellen somit kein Anlagerisiko dar. Dennoch besteht prinzipiell die Ungewissheit, ob die Ausschüttungen des Vorjahres auch im aktuellen Jahr erreicht werden. Dieses lässt sich verringern, indem Sie bei der Aktienanlage im Alter Papiere unterschiedlicher Unternehmen und verschiedener Branchen kaufen.

Die Anlage des gesamten zur Verfügung stehenden Vermögens in eine einzige Aktien führt nach einem schwachen Geschäftsjahr des bezogenen Unternehmens und dem Beschluss der Hauptversammlung, keine oder eine niedrige Dividende auszuzahlen, zu starken Einkommenseinbußen. Diese vermeiden Sie, wenn Ihr Aktiendepot unterschiedliche Titel aufweist.

Aktien sind vererbbar

Dividendenrenditen von zwei bis vier Prozent sind keine Seltenheit. Dennoch reichen diese bei einem Aktienkauf im Alter nicht aus, um während der Lebenszeit den Kaufpreis als Zinseinnahmen zurückzuerhalten. Auf dem Sparbuch oder selbst auf dem Tagesgeldkonto erhalten Sie jedoch deutlich geringere Renditen. Sie können Ihr dort geparktes Guthaben selbstverständlich verbrauchen.

Falls Sie – was zu wünschen ist – überdurchschnittlich lange leben, steht ihnen dann nach einiger Zeit jedoch kein Geld mehr zur Verfügung. Ihre Aktien zahlen Ihnen hingegen jedes Jahr erneut Dividenden aus. Selbstverständlich können Sie entscheiden, wem Sie die Wertpapiere nach Ihrem Ableben vererben. Bei Namensaktien besteht die Einschränkung, dass die Aktiengesellschaft den neuen Besitzer ablehnen kann nur in der Theorie, da sie von diesem Recht Kleinaktionären gegenüber keinen Gebrauch macht.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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