Aktien & Börse

Teil 4: Das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

geschrieben von Rolf Morrien

Im ersten Teil der Serie: „Aktien-Analyse leicht gemacht“ wurde Ihnen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als die gängigste Bewertungskennzahl vorgestellt. Diese Kennzahl hat sich international als Kriterium für die Bewertung einer Aktie durchgesetzt. Dabei ist das KGV in Fachkreisen nicht unumstritten. Ein objektiveres Bild für die Aktienbewertung bietet hingegen das Kurs-Cashflow-Verhältnis.

Warum ist das Kurs-Cashflow-Verhältnis weniger umstritten als das KGV?
Der Grund: Der Jahresüberschuss, also die Grundlage der Berechnung des KGV, kann von den Unternehmen in die gewünschte Richtung gesteuert werden. Legale Bilanzierungstricks können vom Management genutzt werden, um den Jahresüberschuss zu beeinflussen. Speziell die Rückstellungen und Abschreibungen werden sehr gern zur „Feinjustierung“ genutzt, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Das KGV ist daher immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.
Ein objektiveres Bild von der Finanzkraft eines Unternehmens bietet der Cashflow. Das ist der Nettozugang an liquiden (flüssigen) Mitteln während einer festgelegten Periode, also zum Beispiel in einem Geschäftsjahr. Sie können den Cashflow berechnen, indem Sie zu dem um außerordentliche Faktoren bereinigten Jahresüberschuss die Abschreibungen auf das Anlagevermögen sowie Veränderungen der langfristigen Rückstellungen addieren.

Die Anwendung des Kurs-Cashflow-Verhältnisses
Das Kurs-Cashflow-Verhältnis setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Cashflow je Aktie. Wie schon bei KGV, KUV und KBV gilt: Je niedriger das Kurs-Cashflow-Verhältnis, desto günstiger ist die Aktie bewertet (wobei stets mehrere Kennzahlen miteinander verglichen werden sollten).

Achtung: Besonders hellhörig sollten Sie werden, wenn KGV und KCV weit auseinander liegen oder sich in einer Periode unterschiedlich entwickelt haben. Das könnte auf die oben beschriebenen Bilanzierungstricks oder aber auf eine Investition hinweisen. Da der Cashflow größeren Schwankungen unterliegt, empfiehlt sich eine mehrjährige Betrachtung in der Aktien-Anlayse.

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Rolf Morrien

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