Geldanlage

3 relevante Gründe, warum Sie auf Finanzprognosen nichts geben sollten

geschrieben von Dr. Jürgen Nawatzki

Die Finanzmedien sind voll von Prognosen vermeintlicher Experten, die Voraussagen darüber treffen, wann welche Aktien, Börsenindizes oder Währungen welchen Wert bzw. Wechselkurs erreicht haben. Doch die Prognosen treffen selten ein, meist liegen die Experten daneben.

Tritt eine Prognose einmal zufällig ein, haben wir es oft gleich mit einem neuen "Investmentguru" zu tun.

1. Die Finanzpresse muss Geld verdienen

Finanzzeitungen und -zeitschriften, Radio- und Fernsehformate zum Finanz-Thema sowie Wirtschafts- und Finanzmagazine sind voll von Voraussagen und Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft.

Börsenindizes und Aktienkurse, Ölpreis sowie Euro und Dollar: Für all diese Börsenwerte gibt es laufend Prognosen von vermeintlichen Finanzexperten. Damit lässt sich zumindest mehr oder weniger prächtig Geld verdienen.

2. Richtige Prognosen sind meist Zufallstreffer

Doch die Vorhersagen treffen nur selten ein. Meist zeigt sich, dass die Experten falsch lagen.

Mit einer Unternehmensanalyse und einer Prognose des entsprechenden Aktienkurses lassen sich prima die Seiten von Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen füllen. Und es gibt genug Anleger, die glauben, dass beispielsweise Banker über Expertenwissen verfügen und aufgrund ihrer Kenntnisse der Wertpapiermärkte und ihrer Erfahrungen wüssten, wohin sich die Kurse in Zukunft bewegen werden. Doch diese Annahme ist falsch. Grundfalsch.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Börsenkurse keinen Gesetzen gehorchen und deshalb nicht prognostiziert werden können. So ist es letztlich kein Wunder, dass die meisten Experten mit ihren Vorhersagen mehr oder minder stark danebenliegen.

Und wenn Prognosen eintreffen, ist es meist zufällig. Sie gehorchen keinen statistisch singnifikanten Wahrscheinlichkeiten.

Auch, wenn es viele Anleger nicht wahrhaben wollen: Die Entwicklung der Börsenkurse ist teilweise zufallsbedingt.

3. Vermeintliche Experten verfolgen unterschiedliche Strategien

Es gibt Experten, die Analysen aufgrund wirtschaflicher Fundamentaldaten vornehmen. Dieses Vorgehen beinhaltet zumindest noch eine gewisse Logik. Andere Experten bedienen sich der Charttechnik, die von Wissenschaftlern schlicht und ergreifend als Humbug abgetan wird.

Und dann gibt es Experten, die immer dieselbe Prognose abgeben – beispielsweise einen großen Crash voraussagen – und in den Rang eines Investmentgurus aufsteigen, wenn dieser dann tatsächlich einmal eintritt.

So gibt es verschiedene Arten von Experten, die unterschiedliche Prognosemethoden verfolgen.

Fazit und Tipps für Ihre Kapitalanlage

Da niemand Börsenkurse derart voraussagen kann, dass sie mit einer wissenschaftlich signifikanten Wahrscheinlichkeit auch zutreffen, sollten Anleger nichts um Expertenmeinungen im Finanzbereich geben und ihr Kapital gemäß der Modernen Portfoliotheorie auf verschiedene Anlageklassen verteilen und innerhalb einer Anlageklasse mittels Exchange Traded Funds (ETFs) auf breit streuende Börsenindizes setzen.

Dieses sogenannte Indexing in Verbindung mit einer langfristigen Buy-and-hold-Strategie ist wissenschaftlich fundiert und man erreicht damit die jeweilige Marktrendite, die über der Rendite der Mehrzahl der Anleger liegt, die aktive Anlagestrategien wie Stock-Picking und Market-Timing praktizieren.

Zudem ist Indexing der Anlage in aktiv gemanagte Fonds vorzuziehen, da Anleger hier meist nach Kosten und Steuern unterhalb der Marktrendite abschneiden. Indexing in einer Anlage in aktiv gemanagte Fonds ist allein schon deshalb überlegen, weil beim Indexing deutlich geringere Kosten anfallen, was sich wiederum positiv auf die Rendite auswirkt.

Über Ihren Experten

Dr. Jürgen Nawatzki

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