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Spiele im Fremdsprachenunterricht – so geht’s

geschrieben von Cornelia Lohs

Sie unterrichten eine Fremdsprache und es fehlt Ihnen an Ideen, den Unterricht kreativer zu gestalten? Versuchen Sie es mal mit den nachfolgenden Spielen und Gruppenarbeiten. Sie sind bei Schülern sehr beliebt.

Um den Fremdsprachenunterricht interessanter zu gestalten und um die Lernenden in ihrer Ausdrucksfähigkeit zu fördern, sollten hin und wieder Spiele eingesetzt werden. Diese haben den Vorteil, dass sie sowohl die Kreativität und Selbständigkeit der Lernenden als auch ihre Einbildungskraft entwickeln.

Da das Spiel viel Neues in den Unterricht bringt, macht es ihn interessanter und spannender als das Üben mit den Lehrwerkslektionen, was zur Folge hat, dass die Lernenden sich im Unterricht nicht langweilen und ihre Aufmerksamkeit länger erhalten bleibt. Beim Spiel lernen sie mit Spaß, und alles, was Spaß macht, motiviert. 

Frage-Antwort-Spiel 

Dieses Spiel eignet sich für den Anfängerunterricht und kann mehrmals die Woche zu Beginn des Unterrichts eingesetzt werden. Schneiden Sie hierzu aus weißem Papier etwa 30 bis 40 kleine Kärtchen aus, beschriften Sie diese mit Fragen und benutzen Sie dazu Wörter, die die Lernenden aus den Lektionen kennen, wie zum Beispiel: "Wie heißt du?", "Woher kommst du?", "Wie geht es dir?" – und, sobald das Partizip Perfekt eingeführt wurde, "Was hast du am Wochenende gemacht?", "Was hast du heute gefrühstückt?".

Mischen Sie die die Karten, geben Sie sie einem Kursteilnehmer, der eine Karte zieht und jemandem aus der Klasse die Frage stellt. Dieser beantwortet die Frage, und der nächste Kursteilnehmer zieht eine Karte. Bei einer Klassenstärke von 10 bis 15 Teilnehmern sollte jeder zwei- bis dreimal eine Karte ziehen und Fragen stellen. Dieses Frage-Antwort-Spiel ist besonders bei Anfängern sehr beliebt. Es wird dabei viel gelacht und die Kursteilnehmer korrigieren sich gegenseitig.

"Setze die Geschichte fort" Spiel 

Dieses Spiel eignet sich für den A2-B1-Unterricht. Schneiden Sie dazu kleine Kärtchen aus und beschriften Sie diese mit einzelnen Wörtern, die den Lernenden bekannt sind. Es sollte eine Mischung aus Nomen, Verben und Adjektiven sein. Beginnen Sie das Spiel mit einem Satz und geben Sie den Stapel Kärtchen einem Kursteilnehmer, der eine Karte zieht und aus dem Wort, das darauf steht, den Satz fortführt.

Dann zieht der nächste Kursteilnehmer ein Kärtchen und setzt mit dem entsprechenden Wort die Geschichte fort. Beginnen Sie das Spiel z.B. mit diesem Satz: "Es war einmal ein kleiner Bär, der lebte in der kanadischen Wildnis, und eines Tages …" – hier setzt nun der Kursteilnehmer die Geschichte mit dem Wort, das auf seinem Kärtchen steht, fort. Bei diesem Spiel sind die Kursteilnehmer sehr kreativ und die unglaublichsten Geschichten kommen zustande.

Die Gestrandeten – Gruppenarbeit für die Mittelstufe

Hier handelt es sich um eine Gruppenarbeit, bei der die Kursteilnehmer eine Abenteuergeschichte schreiben. Schreiben Sie den Anfang der Geschichte an die Tafel. Die Kursteilnehmer schreiben in Gruppen die Geschichte zu Ende. So könnte eine Geschichte anfangen: "Vier Staatspräsidenten, ein Bär, ein Affe und ein Tiger befinden sich auf einer Schiffsreise im Südpazifik. Plötzlich wird das Schiff von einer Welle getroffen und alle werden auf eine einsame Insel gespült".

Die Teilnehmer werden in Gruppen eingeteilt und müssen die Geschichte weiterentwickeln, wobei jede Gruppe einen Tag übernimmt. Fünf Tage sollten es mindestens sein. Gruppe A soll allerdings nicht wissen, was Gruppe B, C und D schreibt. So kommen unglaubliche Geschichten zustande.

Konjunktiv 

Das Erstellen eines Posters eignet sich für den A2-B1-Unterricht und vor allem zur Übung des Konjunktivs. Teilen Sie die Kursteilnehmer je nach Klassengröße in Dreier- oder Vierergruppen ein, geben Sie jeder Gruppe ein Poster (dazu eignet sich Packpapier hervorragend) sowie zwei Eddings in verschiedenen Farben. Dann geben Sie jeder Gruppe ein Kärtchen, auf dem der Anfang eines Satzes steht, den die Kursteilnehmer im Konjunktivin der jeweiligen Fremdsprache auf dem Poster fortführen sollen, wie zum Beispiel: "Wenn ich Präsident der ganzen Welt wäre …" oder "Wenn ich unsichtbar wäre …" oder "Wenn ich der Wind wäre …". Die Kursteilnehmer sind dabei sehr kreativ und malen passende Bilder dazu.

Die Postererstellung eignet sich nicht nur für den Konjunktiv, sondern auch für andere Aufgabenstellungen, etwa Stereotypen: "Wie seht ihr in eurem Land den typischen Deutschen?"

Die Kursteilnehmer haben zur Erstellung des Posters eine Stunde Zeit und präsentieren es vor der Klasse, wobei sie von den anderen stets lauten Beifall bekommen.

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Cornelia Lohs

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