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Die richtige Finanzierung im Aufschwung: Signale der Finanzwirtschaft

geschrieben von Dr. Edgar Mosser

Der Artikel beschäftigt sich mit den Indikatoren in der Finanzwirtschaft, die frühzeitig das Ende des Abschwungs signalisieren. Er geht der Frage nach, welche Schlüsse für Investitionen und Finanzierungen daraus gezogen werden können.

Die meisten Menschen glauben an die Fortsetzung eines Aufschwungs. Neuerdings vor allem deshalb, weil es seit 2000, der Internet-Euphorie heißt, diesmal ist alles anders. Deshalb besteht eine große Nachfrage nach Finanzierungen.

Wirtschaftszyklen gibt es aber seit Jahrhunderten und wird es immer geben, weil sie mit dem Herdenverhalten der Menschen zusammen hängen. Weil die meisten Menschen aber glauben, dass es so weiter geht, kommt es am Beginn des Abschwungs zu einem Schock und deshalb einem starken, wirtschaftlichen Rückgang und einer Abnahme von Finanzierungen.

Finanzierung: Welche Indikatoren machen zuerst auf das kommende Ende des Abschwungs aufmerksam?
Es sind wieder zuerst die Zinsen, die darauf hindeuten, dass der Abschwung an Kraft verliert und über Finanzierungen nachgedacht werden kann.

Weil die Zinsen für Finanzierungen sinken?
Nicht nur weil sie sinken, sondern auch wie sie sinken. Sinken sie schnell, erkennt man, dass die Notenbanken große Angst vor einer Rezession haben. Daher muss man dann bei Finanzierungen besonders vorsichtig sein. Daneben spielt auch das Verhältnis von kurzfristigen und langfristigen Zinsen eine Rolle.

In dieser Situation ist das Verhältnis von der Zinsbindung von einem Monat zur Zinsbindung von 12 Monaten besonders interessant, um zu erkennen, ob die Zeit für Finanzierungen schon gekommen ist.

Welche Schlüsse sind aus den Zinskurven der verschiedenen Laufzeiten im Hinblick auf eine Finanzierung zu ziehen?
Zuerst sinkt der kurzfristige Zinssatz wieder unter den Zinssatz für Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit. Daran sieht man, dass die Notenbanken die Zinsen wieder senken, um den Abschwung zu mildern und eine Rezession zu vermeiden. Das Klima für Investitionen und damit für Finanzierungen wird wieder besser.

Finanzierung: Warum gibt dieser Indikator alleine zu wenig Aufschluss?
Weile er zwar die Absicht der Notenbank erkennen lässt, aber zu wenig über die Erwartungen der Marktteilnehmer aussagt.

Weil neben den Notenbanken auch die Marktteilnehmer eine wichtige Rolle spielen. Wenn die Notenbanken die Wirtschaft und damit auch die Finanzierungen wieder ankurbeln wollen, heißt das nicht, dass auch der Markt das will.

Wie sieht man was die Marktteilnehmer in puncto Finanzierung erwarten?
Dazu muss man sich das Verhältnis der Zinssätze für die Laufzeit von einem Monat – ein Monats Euribor – und von 12 Monaten – 12 Monats Euribor – ansehen. Normalerweise muss der 12 Monats Euribor höher sein, gemäß der Regel, längere Laufzeit, höhere Zinsen. Aber in der Abschwungphase ist der 12 Monats Euribor eine gewisse Zeit billiger als der 1 Monats Euribor, weil die Marktteilnehmer weiter Zinssenkungen der Notenbanken erwarten.

Es sollten keine Finanzierungen vorgenommen werden. Diese Situation hält so lange an, bis die Marktteilnehmer glauben, die Wirtschaft erholt sich wieder. Dann steigt der 12 Monats Euribor wieder über den 1 Monats Euribor. Jetzt kann ernsthaft über Finanzierungen nachgedacht werden.

Warum erst über eine Finanzierung nachgedacht?
Weil vor einer endgültigen Entscheidung auch das volkswirtschaftliche Umfeld genau betrachtet werden muss, um nicht doch noch zum falschen Zeitpunkt eine Finanzierung vorzunehmen. Was dabei zu beachten ist und welche Indikatoren Aufschluss geben, erfahren Sie im nächsten Artikel.

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Dr. Edgar Mosser

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