Verbraucherrecht

Vorsorgevollmacht – Gut zu wissen

geschrieben von Dr. Tim Schaetze

„Mein (Ehe-)Partner / meine Kinder können nichts für mich tun!“ – Es ist ein weitverbreiteter Irrtum bzw. sogar Irrglaube, dass nächste Angehörige in einem Notfall Dinge für den Betroffenen regeln können.

"Mein (Ehe-)Partner / meine Kinder können nichts für mich tun!" Es
ist ein weitverbreiteter Irrtum bzw. sogar Irrglaube, dass nächste
Angehörige in einem Notfall Dinge für den Betroffenen regeln können.
Tatsächlich verlassen sich die meisten Menschen darauf, dass sie von
Menschen umgeben sind, die ihnen im Zweifelsfall beistehen und helfen.
Auf eine Vorsorgevollmacht angesprochen heißt es dann oft: "Ich habe
doch meine erwachsenen Kinder. Die kümmern sich dann um mich, wenn ich
mal etwas nicht regeln kann. Ich brauche keinen gerichtlichen Betreuer!"

Diese Personen liegen aber leider vollkommen falsch

Richtig
ist, dass für einen Erwachsenen nur genau zwei (!) Personen
rechtsverbindliche Entscheidungen treffen können: Das ist zum einen der
vom Gericht bestellte und häufig fremde Betreuer und zum anderen der
selbst ausgesuchte und mit einer entsprechenden Vorsorgevollmacht
ausgestattete Bevollmächtigte. Alleine das Verwandtschaftsverhältnis
nutzt also gar nichts.

Vorsorge-Experten-Tipp: Ermächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens!

Mit der Vorsorgevollmacht kann ich eine Betreuung vermeiden! Wie bereits früher erläutert, können in einer Notlage genau zwei Personen für mich rechtsverbindliche Entscheidungen treffen: Der gerichtlich bestellte Betreuer als gesetzlicher Vertreter oder der von mir selbst ausgesuchte und mit einer Vorsorgevollmacht ausgestattete Bevollmächtigte.

Die Bestellung eines gerichtlichen Betreuers ist allerdings nur dann erforderlich (vgl. dazu § 1896 Abs. 2 BGB), wenn meine Angelegenheiten ohne Einschaltung eines gesetzlichen Vertreters nicht besorgt werden können.

Mit der Vorsorgevollmacht kann ich dafür sorgen, dass meine Angelegenheiten ordentlich erledigt werden. Ich kann also selbst gewährleisten, dass eine gerichtliche Betreuung für mich nicht in Betracht kommt. Mit der Vorsorgevollmacht kann ich die gerichtliche Betreuung durch einen fremden Dritten, einen Berufsbetreuer, vermeiden.

Vorsorge-Experten-Tipp: Erteilen Sie eine Vorsorgevollmacht und vermeiden Sie die Betreuung!

Über Ihren Experten

Dr. Tim Schaetze

Leave a Comment