Steuern sparen

Schwarzgeld oder Spielbankgewinn: Fiskus darf nachforschen

geschrieben von Christoph Iser

Wenn das Finanzamt bei Steuerpflichtigen auf große Geldbeträge stößt, deren Herkunft nicht erklärlich erscheint, wird seitens des Fiskus schnell angenommen, dass Schwarzgeld vorliegt. Häufig suchten Steuerpflichtige dann ihren Ausweg darin, die unerklärlichen Geldbeträge als Gewinne in Spielbanken zu deklarieren. Dies kann der Fiskus jedoch nachprüfen.

Wer war wann in der Spielbank?

Schon seit Jahren kann das Finanzamt nachprüfen, ob ein bestimmter Steuerpflichtiger an einem bestimmten Tag auch tatsächlich die Spielbank aufgesucht hat. Hintergrund ist hier das Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten. Im Volksmund auch Geldwäschegesetz genannt.

Nur mit Ausweis in die Spielbank

Das Geldwäschegesetz schreibt nämlich in Spielbanken vor, dass sie
ihre Besucher identifizieren müssen. Daher kann man ohne Vorlage seines
Personalausweises oder seines Reisepasses überhaupt keine Spielbank
besuchen. Der Ausweis muss dabei nicht nur vorgezeigt werden, sondern
wird auch von der Spielbank registriert.

Fiskus kann Registrierung des Ausweises prüfen

Auf diese Weise kann der Fiskus auch noch deutlich später nach prüfen,
ob ein Steuerpflichtiger an einem bestimmten Tag die Spielbank
tatsächlich aufgesucht hat.

Auch Geldtransfers werden gespeichert

In 2012 wurden die Regelungen des Geldwäschegesetzes jedoch weiter modifiziert bzw. verschärft. In § 3 Abs. 3 des Geldwäschegesetzes wurde den Betreibern von Spielbanken "die Pflicht zur Identifizierung von Kunden, die Spielmarken im Wert von 2000 Euro oder mehr kaufen oder verkaufen" auferlegt.

Alles ab 2000 Euro

Weiter heißt es in der Vorschrift: "Der Identifizierungspflicht kann auch dadurch nachgekommen werden, dass die Kunden bereits beim Betreten der Spielbank identifiziert werden, sofern vom Verpflichteten zusätzlich sichergestellt wird, dass jede Transaktion im Wert von 2000 Euro oder mehr im Zusammenhang mit dem Kauf, Verkauf oder Tausch von Spielmarken dem jeweiligen Kunden zugeordnet werden kann."

Fazit: Schwarzgeld oder Spielbankgewinn?

Wer daher bisher ungeklärte Geldzuwächse durch Gewinne in einer Spielbank erklären möchte, sollte nicht nur an entsprechenden Tagen auch tatsächlich in der Spielbank gewesen sein, sondern auch tatsächlich diese Gewinne erzielt haben. Anderenfalls wird das Finanzamt weiterhin hier eine Steuerhinterziehung annehmen.

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Christoph Iser

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