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Franchise System als sicheres Geschäftsmodell für Existenzgründer
Ein Franchise-System kann ein sicheres Geschäftsmodell für Existenzgründer sein. Worauf es dabei ankommt, erfahren Sie hier.
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Sehr geehrter Herr Schütze!
Ich möchte auf Ihren Artikel antworten, denn es gibt aus meiner Sicht ein paar wesentliche Punkte, die zu Fehlinterpretationen führen können und die wollen Sie doch auch nicht, oder?
1.
Bereits im Titel stört mich das Eigenschaftswort "sicheres" - Es gibt KEIN sicheres Geschäftsmodell. Auch im Franchise sind Sie selbständig und tragen das entsprechende Risiko selbst. Dazu gab es erst einen Beitrag von ZDF Frontal zum Thema Subway. Deshalb würde ich es eher als "erprobtes" Geschäftsmodell bezeichnen, aber ich gehe mal davon aus, dass Sie bewusst eine provokante Überschrift gewählt haben ![]()
2.
Laut DIHK-Gründungsreport 2010 scheitern die meisten Existenzgründer nicht an der Geschäftsidee, sondern zwischen 48-51% und damit in etwa die Hälfte an kaufmännischen Defiziten dicht gefolgt von 48-53% an den marketing-/vertriebs-"technischen" Umsetzungen insbesondere am fehlenden Alleinstellungsmerkmal (USP).
3.
Es handelt sich bei Franchising NICHT um eine Unternehmensstrategie, sondern um ein ganzes Leistungspaket für eine komplette Existenzgründung. Dazu gehört unter anderem einen Pilotbetrieb zum Laufen gebracht zu haben, eine ausführliche Dokumentation (Businessplan, Handbuch) und ein Aus- und Weiterbildungskonzept, sowie bei seriösen Anbietern eine ständige Betreuung und Unterstützung des Franchisenehmers zu den Fragen des Geschäftsbetriebs und des Auftritts am Markt (Marketing, Vertrieb, Werbung).
Genau diese Punkte sind es auch, die Franchise für Existenzgründer attraktiv machen: Jeder kann sich auf seine Stärken konzentrieren und ist nicht alleine.
Warum wird Franchise in Deutschland noch nicht so erfolgreich angenommen, wie in anderen Ländern (England, Frankreich, Österreich)? Meine Meinung ist:
1.
Viele Existenzgründer können nicht rechnen (siehe DIHK-Report) Sie scheuen sich vor einer Investition vor dem Start im Sinne einer "make or buy" - Betrachtung und vergessen die Anlauf-/Akquisezeit bis zum Auftrag zu berücksichtigen.
2.
Es gibt immer noch mehr Existenzgründer, die Ihre eigenen Ideen umsetzen wollen und sich davor scheuen bereits getretene Pfade zu gehen.
3.
In vielen Branchen zählt es mehr immer mehr Wissen und Techniken zu lernen und Titel zu erreichen als durch Handlung Erfahrungen zu sammeln. Diese Menschen gehen von einer Aus- und Weiterbildung zur nächsten, investieren hier Unsummen in Bildung, ohne Sinn und Verstand, denn zumeist hat keiner dieser Lehrer und Trainer berufs-praktischen Hintergrund und ich kenne kein Weiterbildungsinstitut, dass auch nur den Hauch einer Gewähr einer erfolgversprechenden Fortbildung garantiert. Dies ist im Franchise ganz anders. Hier benötigt der Franchisenehmer in manchen Systemen kein Branchenknowhow. Führungs- und Verkaufserfahrung wird neben Lebenserfahrung und einer Eigenmotivation geschätzt. Doch auch die Verkaufskompetenzen werden einem z. T. beigebracht. Doch, wie Sie schon richtig schreiben, umsetzen muss der Existenzgründer selbst.
Übrigens, weitere Informationen zum Franchise erfahren Sie auch auf den Internetseiten des DFV - des Deutschen Franchise Verbandes, dem offiziellen Organ der deutschen Franchisegeber-Szene.
Viele Grüße
JW