Schwangerschaft

Beschwerden in der Schwangerschaft lindern: Verstopfung

geschrieben von Adelheid Fangrath

Fast die Hälfte aller Frauen leidet in der Schwangerschaft unter Verstopfung. Schuld daran sind hormonelle Veränderungen im Körper. Diese an sich harmlosen Beschwerden sind manchmal sehr quälend, oft hilft jedoch eine Ernährungsumstellung.

Ursachen für Verstopfung in der Schwangerschaft

Verstopfung ist eine der typischen Beschwerden in der Schwangerschaft, unter der sehr viele Frauen leiden. Die hormonelle Umstellung im Körper sorgt dafür, dass die Muskulatur an Spannkraft verliert. Dadurch wird auch die Darmfunktion beeinträchtigt. Der Inhalt des Darms wird durch die träge Muskulatur nicht mehr zügig weitertransportiert. Durch diese langsame Verarbeitung verliert der Stuhlgang Wasser und wird trocken und hart.

Weitere Gründe für Verstopfung in der Schwangerschaft sind auch im veränderten Essverhalten zu suchen. Außerdem bewegen sich schwangere Frauen nicht immer ausreichend, was sich ebenfalls negativ auf den Stuhlgang auswirkt.

Wann spricht man von Verstopfung?

Wenn Sie mehr als drei Tage keinen Stuhlgang haben oder wenn Sie weniger als dreimal in der Woche Stuhlgang haben, leiden Sie unter Verstopfung. Auch sehr harte Ausscheidungen und ein aufgeblähter Bauch sind Anzeichen, dass der Verdauungstrakt schwächelt. Warten Sie nicht erst, bis sich die Situation noch mehr verschlechtert sondern versuchen Sie mit unseren Tipps Ihren Stuhlgang wieder in Schwung zu bringen.

Ernährungsumstellung hilft bei Verstopfung in der Schwangerschaft

Gegen Verdauungsprobleme wie Verstopfung hilft oft schon eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe sind schwer- beziehungsweise unverdauliche Bestandteile der pflanzlichen Nahrung. Die Fasern wirken wie kleine Schwämme, die Feuchtigkeit aufsaugen und im Darm aufquellen. Der Darminhalt vergrößert sich und die Darmtätigkeit wird angeregt. Allerdings ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Empfohlen werden mindestens zwei Liter Mineralwasser oder Kräutertee.

Stellen Sie Ihre Ernährung unbedingt langsam auf ballaststoffreiche Lebensmittel um, damit sich Ihr Darm daran gewöhnt. So vermeiden Sie schmerzhafte Blähungen. Verzichten Sie auf Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, wenn Sie diese nicht gut vertragen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfiehlt mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag zu essen. Diese Menge erreichen Sie zum Beispiel mit 3 Scheiben Vollkornbrot, 3 Kartoffeln, 3 Portionen Gemüse (zum Beispiel 200 g Blumenkohl, 1 Möhre, 100 g Blattsalat) und 2 Portionen Obst (zum Beispiel 1 Apfel, 150 g Beerenfrüchte).

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Kartoffeln
  • Gemüse
  • Müsli
  • Obst
  • Nüsse
  • Milchprodukte wie Joghurt und Quark

Bewegung hilft bei Verstopfung in der Schwangerschaft

Gewöhnen Sie sich an, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde an der frischen Luft spazieren zu gehen. Bewegung regt die Darmtätigkeit an. Ein toller Sport für schwangere Frauen ist Schwimmen. Durch den Auftrieb des Wassers sind die sportlichen Bewegungen selbst für Hochschwangere nicht so anstrengend.

Hausmittel gegen Verstopfung in der Schwangerschaft

Die folgenden Ratschläge sind zwar für schwangere Frauen geeignet, aber probieren Sie die Tipps vorsichtig aus. So umgehen Sie schmerzhafte Blähungen. 

  • Morgens ein Glas Wasser auf nüchternen Magen trinken.
  • Backpflaumen oder getrocknete Feigen über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen. Morgens auf nüchternen Magen eine Frucht essen und etwas Einweichwasser trinken.
  • Milchzucker
  • Erdmandelflocken aus dem Reformhaus
  • Magnesiumpräparate
  • Auf Lebensmittel mit stopfender Wirkung wie Schokolade, Kuchen, Nudeln oder Bananen verzichten.
  • Ein Esslöffel Weizenkleie oder Leinsamen unter das Müsli mischen oder mit Wasser als Schleim kochen.
  • Kalt gepresste Öle wie Sonnenblumenöl oder Olivenöl verwenden.

Arzt bei Verstopfung in der Schwangerschaft aufsuchen

Wenn Sie sich an unsere Ratschläge halten und sich trotzdem keine Besserung einstellt, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Nehmen Sie auf keinen Fall ohne ärztliche Absprache chemische Abführmittel. Viele Präparate sind für Ihr Baby schädlich. Es gibt aber auch Mittel, die schwangere Frauen einnehmen können. 

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Adelheid Fangrath

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