Sicherheit

Facebook-Betrug: Polizei warnt vor Clone-Konten und teuren Nummern

Facebook-Nutzer werden immer wieder Opfer mehr oder weniger raffinierten Betrugs. Jetzt hat die Polizei vor einer neuen Masche gewarnt mit kopierten Clone-Konten und teuren Telefonnummern. Erfahren Sie hier, wie der Betrug funktioniert, welchen Schaden Sie dadurch erleiden können und wie Sie sich und andere davor schützen.

Plötzlich sind Sie ein Zwilling: Betrüger kopieren komplette Facebook-Konten

Stellen Sie sich vor, Sie geben bei Facebook Ihren Namen in die Suche ein und erhalten dann zwei identische Konten angezeigt: Ihr eigenes Facebook-Konto und einen Clone. Sie sind also plötzlich zweimal bei Facebook registriert und beide zum Verwechseln ähnliche Konten enthalten alle Ihre Bilder und Nachrichten.

Tatsächlich legen Facebook-Anwender häufiger versehentlich ein zweites Konto an. Doch hier liegt der Fall anders, denn eines der beiden Konten hat ein krimineller Hacker angelegt, der damit üble Dinge anstellen und Ihnen und Ihren Freunden sehr schaden kann:

  1. Der Kriminelle kann die Daten Ihres Clone-Kontos für jeden öffentlich zugänglich machen, jeder sieht dann alle Ihre Bilder oder nur für Ihre Freunde bestimmte Nachrichten. Die Daten und Bilder werden in Suchmaschinen wie Google indiziert und stehen dann für jeden Internet-Nutzer zur Verfügung.
  2. Im bekannten Fall übertrug ein Hacker alle Freunde des Facebook-Nutzers auf den Facebook-Clone und schickte diesen eine Nachricht, sie sollten ihn unter einer bestimmten Rufnummer anrufen. Dieser Anruf verursachte bis zu 50 EUR Kosten!
  3. Wer die Gewalt über Ihr Clone-Konto mit Ihren Daten hat, kann in Ihrem guten Namen Verbrechen begehen und zum Beispiel Ihre Freunde um Geld bitten oder diese mit Nachrichten und Chats in eine Falle locken, zum Beispiel auf eine gefährliche Webseite mit Schadprogrammen.

Prüfen Sie, ob jemand Ihr Facebook-Konto kopiert hat

Im bekannten Fall wurde der Facebook-Nutzer durch einen Freund darauf aufmerksam gemacht, dass jemand das Konto kopiert hatte. Verlassen Sie sich nicht auf andere, sondern suchen Sie regelmäßig bei Facebook nach Ihrem Namen und prüfen Sie, ob es ein zweites Konto unter Ihrem Namen gibt. Melden Sie einen solchen Fall dann sofort Facebook und bringen Sie diesen Betrug umgehend zur Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle.

Seien Sie vorsichtig bei Rufnummern in Nachrichten und Chats

Erhalten Sie von Freunden die Aufforderung Geld zu schicken oder diese unter einer ungewöhnlichen Rufnummer anzurufen, dann wenden Sie sich über eine bekannte andere Rufnummer oder per E-Mail an Ihren Freund und prüfen Sie die Information nach. Handelt es sich um einen Betrugsversuch, sollten Sie diesen beide bei der örtlichen Polizeidienststelle zur Anzeige bringen.

Generell sollten Sie nun bei Rufnummern im Zusammenhang mit Facebook sehr vorsichtig sein und diese nicht ohne Absicherung verwenden. Das gilt sowohl für Rufnummern in Chats und Nachrichten bei Facebook selbst als auch bei E-Mails, die Ihnen Facebook sendet, um Sie auf eine Nachricht aufmerksam zu machen.

Es ist zu erwarten, dass der Rufnummern-Trick nicht nur mit kopierten Clone-Konten verwendet wird, sondern auch auf vielfältige weitere Art. Denkbar wäre zum Beispiel:

  • Versand von Rufnummern direkt von einem gehackten Facebook-Konto, ohne dieses zuvor zu kopieren.
  • Fake-Konten angeblich Anschluss-suchender Damen, die Ihnen bereitwillig ihre Rufnummer zum Vereinbaren eines Treffens oder unter einem anderen Vorwand senden.
  • Rufnummern in Nachrichten zu Gewinnspielen, Jobangeboten und jeglichen Angeboten, bei denen üblicherweise ein Anruf getätigt wird. Es kann also auch eine getürkte Anzeige für ein besonders günstig angebotenes Auto, Haus oder etwas ähnliches sein.

Eine teure Rufnummer lässt sich auch per Nachricht bei anderen Social-Media-Diensten wie Google+ oder Twitter versenden, so dass Sie also nicht nur bei Facebook bei Rufnummern vorsichtig sein sollten.

Über Ihren Experten

Michael-Alexander Beisecker

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