Gadgets

Schützen Sie sich vor Bränden durch Rauchmelder – das iPhone hilft

Der folgende Artikel klärt Sie über das neue Meldegesetz und seine Besonderheiten auf.

In Deutschland entstehen jedes Jahr rund 200.000 Brände, bei denen jährlich 600 Menschen sterben, darunter fast 200 Kinder. Rauchmelder schützen davor, im Schlaf vom Feuer überrascht zu werden. Ihr iPhone hilft Ihnen mit einer kostenlosen App bei der Planung und Anschaffung von Rauchmeldern, bietet einen Stresstest für die Notfallsimulation und hat einen Notrufknopf für den Ernstfall.

Rauchmelder sind bereits in 10 Bundesländern Pflicht

Laut Stiftung Warentest entstanden im Jahr 2002 vier von fünf Bränden in Privathaushalten, 70 Prozent der Brände dabei nachts zwischen 23 Uhr und 7 Uhr. Die Daten sind zwar schon recht alt, doch auch die Zahlen jüngerer Statistiken weisen darauf hin, dass sich hier nicht viel verändert hat.

In 10 Bundesländern gibt es daher eine Einbaupflicht für Rauchmelder bei Neu- und Umbauten von Häusern. Vorreiter war Rheinland-Pfalz im Dezember 2003, Niedersachsen entschloss sich erst 2012 dazu, in Nordrhein-Westfalen ist eine Einbaupflicht noch in Planung.

Dabei ist auffällig, dass die nördlichen Bundesländer sich mit dem Thema alle beschäftigt haben, die südlichen Bundesländer dagegen ihren Einwohnern in Sachen Rauchmelder nichts vorschreiben. Doch auch in den 10 Bundesländern mit einer Einbaupflicht gibt es noch lange nicht in jedem Haus einen Rauchmelder, denn es gibt teilweise Übergangsfristen bis zum Jahr 2015.

Was kosten Rauchmelder und wie groß sind die Preisunterschiede?

Die meisten Rauchmelder für Privathaushalte liegen im Preisbereich von etwas über 15 EUR bis rund 50 EUR. Dabei gibt es große Preisunterschiede bei einzelnen Modellen, sodass sich ein Preisvergleich lohnt.

Wie viele Rauchmelder Sie brauchen – die App iLebensretter zeigt es Ihnen

Wie viele Rauchmelder Sie benötigen, und viele weitere Informationen zu Rauchmeldern erhalten Sie über die kostenlose App iLebensretter des Rauchmelder-Herstellers Hekatron.

Hier erhalten Sie neben einer Übersicht der Länder mit Einbaupflicht für Rauchmelder auch die Richtlinien und Gesetze für Rauchwarnmelder an die Hand.

Dazu gibt es Kauftipps zu Rauchmeldern, wobei der Hersteller allerdings sein Fabrikat Genius H als Beispiel verwendet, die Werbung ist allerdings dezent genug und es ist derzeit der einzige Rauchmelder-Hersteller, der einen solchen Service mit einer App bietet.

Die wichtige Frage, wie viele Rauchmelder nun benötigt werden und wo sich diese befinden sollten, beantwortet der Rauchmelder-Kalkulator.

Sie fügen alle Räume mit der jeweiligen Größe und Nutzung hinzu und der Rauchmelder-Kalkulator informiert Sie dann darüber, wie viele Rauchmelder Sie benötigen und in welche Räume diese gehören.

Was tun, wenn es in der eigenen Wohnung oder einer anderen Wohnung brennt?

Doch Rauchmelder warnen Sie zwar im Brandfall, verhindern jedoch keine Fehlentscheidung, wie zum Beispiel erst einmal die wichtigsten persönlichen Gegenstände zusammenzusuchen oder die Fenster schön weit aufzureißen und "Durchzug" zu machen.

Die App iLebensretter enthält Tipps für das Verhalten im Brandfall in der eigenen Wohnung oder einer anderen Wohnung. Sehr umfangreich sind diese Tipps allerdings nicht und teilweise auch fraglich.

So empfiehlt iLebensretter zum Beispiel, die Ruhe zu bewahren, die Türen zu schließen und in der eigenen Wohnung zu bleiben, wenn es beim Nachbarn brennt. Das mag das eigene Leben retten, doch etwas mehr Sorge um den Nachbarn könnte sich der Autor doch vorstellen, selbst wenn man den Nachbarn nicht leiden mag.

Die Tipps für den Brandfall der Gotthaer-Versicherung umfassen da auch ein paar mehr Punkte wie:

  • Warnen Sie andere Hausbewohner!
  • Rufen Sie so schnell wie möglich die Feuerwehr (112) und nennen Sie Namen, Adresse und Brandort!

Dazu kommen Tipps für dichten Rauch, denn auch wenn es "nur" beim Nachbarn brennt und nicht in der eigenen Wohnung, hat das womöglich empfindliche Auswirkungen auf das eigene Wohl und die Luftqualität trotz geschlossener Türen.

Sofern es gefahrlos möglich ist, würde der Autor auch nicht in seiner Wohnung darauf warten, bis der Brand nebenan den Rest des Hauses erfasst hat und es zu spät zum Flüchten ist. Hekatron sollte bei den Tipps nach Ansicht des Autors dringend nachbessern.

Der Stresstest – schaffen Sie es, in vier Minuten das Haus zu verlassen?

Besser ist die Sache mit dem Stresstest im iLebensretter. Sie aktivieren den Test und beantworten die Fragen während die Uhr abläuft. Hier sind wichtige Entscheidungen zu treffen, etwa ob Sie erst die Feuerwehr rufen oder sich erst in Sicherheit bringen, wenn Sie einen Brand entdeckt haben.

In diesem Test sind alle wichtigen Punkte enthalten, so weit der Autor dies beurteilen kann. Außerdem kann mit diesem Stresstest auch der Ernstfall geprobt werden. Legen Sie sich abends ins Bett, starten Sie den Test und versuchen Sie innerhalb der vier Minuten mit allen Familienmitgliedern sicher das Haus zu verlassen.

Beobachten Sie dabei die Reaktionen der anderen Familienmitglieder: Wer möchte bei einem Brand den Fahrstuhl nehmen? Wer läuft weiter seelenruhig aufrecht zur Tür, obwohl Sie als Simulation dichten Rauch genannt haben? Besprechen Sie das falsche Verhalten, damit es im Ernstfall nicht tödlich endet.

In vier Minuten können Sie sicher seelenruhig das Haus verlassen, solange es nicht brennt, die Kinder alle schon bereit neben Ihnen stehen und Ihnen kein beißender Qualm die Luft raubt und die Sicht eingeschränkt ist. Geht das aber auch, wenn Sie mit einem feuchten Tuch vor den Augen aus dem Raum kriechen oder ein simuliert ohnmächtiges Kind aus dem Kinderzimmer nach draußen tragen müssen? Probieren Sie es in einer Simulation aus.

Anregungen dafür gibt die App iLebensretter jedoch nicht, da beschränkt sich der Stresstest auf das Antippen der richtigen Lösung. Das könnte Hekatron verbessern, denn im Notfall ist auch mehr zu tun, als eine Checkliste abzuhaken.

Die weiteren Funktionen von iLebensretter

iLebensretter enthält ferner einen QR-Reader. Das hat allerdings weder etwas mit dem Thema Brandrettung noch mit Rauchwarnern zu tun. Benötigen Sie einen QR-Reader, können Sie dafür auch andere kostenlose Programme verwenden, eine Übersicht enthält mein Artikel zu QR-Codes lesen mit dem iPhone.

Die Notruftaste für den Anruf bei der Feuerwehr blendet zunächst eine Übersicht aller Informationen ein, die Sie der Feuerwehr im Brandfall melden sollten. Erst nach dem Antippen einer weiteren Schaltfläche zur Bestätigung erfolgt tatsächlich der Anruf bei der Feuerwehr. Das soll ein versehentliches Anwählen verhindern und ist sicher sinnvoll.

Wie hilfreich diese Funktion im Brandfall tatsächlich ist, erscheint dem Autor fraglich. Schließlich müssen Sie erst die App aufrufen, dann das Notruf-Symbol anwählen und können dann erst mit einem Fingertipp die Feuerwehr erreichen.

Das Telefonsymbol anzutippen und 112 einzugeben, geht wahrscheinlich schneller. Und wenn Sie sich im ganzen Stress an 112 nicht mehr erinnern, dann wahrscheinlich auch nicht mehr daran, dass unter Ihren 1.000 Apps auf dem iPhone irgendwo eine mit dem Namen iLebensretter ist.

Interessanter für Sie ist die Händlerübersicht, wenn Sie einen qualifizierten Ansprechpartner für Rauchwarner suchen, der die Geräte womöglich auch installiert. Auch die Downloads mit Werbematerial der Firma Hekatron und insbesondere das "Planungshandbuch Genius" liefern interessante Informationen zum Thema.

Im Planungshandbuch Genius sind Brandursachen, Rechtsgrundlagen, relevante DIN-Normen und VdS-Richtlinien, das neue Qualitäts-Kennzeichen für Rauchmelder und Montagehinweise enthalten. Es gibt auch Entscheidungshilfen für Rauchmelder, etwa ob diese funkvernetzt werden sollen oder nicht. Diese Anleitung ist zwar für die Genius-Geräte von Hekatron, enthält jedoch sehr viele allgemein verwendbare Informationen zum Thema.

Aico hilft bei der Installation von Rauchmeldern und CO-Sensoren (Kohlenmonoxid)

Neben Hekatron bietet auch die Firma aico aus Irland mit der App Handyfacts umfangreiche Informationen zu Rauchmeldern, CO-Sensoren und Brandschutzsperren. Sie erhalten Informationen zu folgenden Themen:

  • Rauchmeldertypen und wo Sie Rauchmelder montieren
  • Verlegen von Leitungen bzw. elektrischen Anschluss des Rauchmelders am Stromnetz, wenn dieser nicht von einer Batterie gespeist wird
  • Funkverbindung zwischen den Rauchmeldern, um die Verkabelung zu sparen
  • Vernetzen der Rauchmelder per zweiadrigem und dreiadrigem Kabel
  • Einsatz von Relais bei Rauchmeldern und anderen Alarmgeräten mit Niederspannung und solchen mit Anschluss am Haushaltsstrom
  • Anschluss von CO-Meldern für Räume mit offenem Feuer wie etwa Räume mit einem Kamin, einem Gaskocher, einem Gasherd

Die App ist in englischer Sprache, die Maßangaben metrisch, sodass Sie diese nicht umrechnen müssen. Der Inhalt der App kann für Sie hilfreich sein, wenn Sie Aico-Rauchmelder oder andere Aico-Alarmgeräte oder Aico-Brandschutzbarrieren besitzen oder deren Einsatz planen oder erwägen. Aico-Rauchmelder werden auch in Deutschland angeboten.

Weitere Informationen zu Rauchmeldern

Die Stiftung Warentest bietet auf ihrer Webseite kostenlose Informationen zum Thema Rauchmelder an, wobei der Test allerdings rund 10 Jahre alt ist. Etliche der getesteten Rauchmelder sollen jedoch noch im Handel sein, darunter auch die damaligen Testsieger von Ei Home und REV.

Von Hekatron, dem Herausgeber der iPhone-App iLebensretter, ist bei der Stiftung Warentest mit "Das sichere Haus HSD III" auch ein Gerät im Test gewesen, das damals insgesamt nur mit befriedigend (3,3) abschloss, wobei Qualität und Lautstärke des Alarms mit Mangelhaft bewertet wurden. In Sachen Alarmlautstärke hatte Hekatron jedoch schon damals nachgebessert. Die heutigen Produkte machen auch eher einen hochwertigen Eindruck, hier scheint sich im Vergleich zu damals auch einiges getan zu haben.

Ebenfalls sind die Preisunterschiede zwischen den Anbietern geringer als beim damaligen Test der Stiftung Warentest geworden, sodass auch der Preis weniger als damals eine Rolle spielt – sofern man von Sonderangeboten in Elektronikmärkten und Baumärkten absieht, wo Rauchmelder auch schon zu Lockpreisen von 3 EUR oder weniger angeboten werden, dann allerdings auch entsprechend billig aussehen und selten zertifiziert sind.

Die Stiftung Warentest verweist zur Auswahl auf eine Übersicht der zertifizierten Rauchwarnmelder der VdS Schadenverhütung GmbH. Hier sind 146 Rauchmelder aufgeführt, Sie haben also reichlich Auswahl.

Über Ihren Experten

Michael-Alexander Beisecker

Leave a Comment