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Präsentation und PowerPoint - ein Widerspruch?
Power-Pointen by MODERATIO®
“PowerPoint“ ist zu dem Medium für Präsentationen geworden. Jeder nutzt das hilfreiche Programm. Der Umgang damit ist ganz selbstverständlich.
Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie nicht wissen, worauf man beim Präsentieren mit PowerPoint achten sollte? Ja? Dann haben wir hier konkrete Tipps für Sie, die Ihnen helfen, kein Fettnäpfchen auszulassen, das Ihnen PowerPoint zur Verfügung stellt:
Geben Sie zu Beginn keine inhaltliche Übersicht! Inhaltliche Orientierung - das weiß jeder - schmälert die Spannung. Wenn jedem von Anfang an klar ist, wie das jetzt ablaufen wird und welche Aspekte angesprochen werden, braucht er ja nicht ständig nach Orientierung zu suchen und kontinuierlich zu überlegen, wie das Ganze zusammenhängt. Verzichten Sie bewusst darauf, einen Überblick zu geben! Beim Arbeiten mit Powerpoint wäre das sowieso nicht sinnvoll, da die erste Darstellung ja nicht sichtbar gehalten werden kann und sich die Gliederung ohnehin kein Mensch merken wird.
Verzichten Sie auch auf Wiederholungen und bieten Sie die Gliederung nicht immer wieder aufs Neue an. Man könnte vermuten, dass die Agenda am Beginn jeder neuen Sinneinheit noch mal gezeigt, hilfreich sein könnte. Das Gegenteil ist der Fall: Die Gäste erinnern sich, das schon gesehen zu haben, sie kriegen den Gesamtzusammenhang immer besser raus und verlieren so den Blick fürs Detail.
Bleiben Sie methodisch Eindimensional! Für „Powerpointianer“ verbietet sich eine Ergänzung durch ein anders Medium, etwa ein Flip-Chart, auf dem die Agenda sichtbar gehalten werden könnte! Ein Medienmix würde obendrein den Eindruck erwecken, als hätten Sie es nötig, sich vorab Gedanken zu machen, wie Sie Ihre Präsentation nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch-didaktisch sinnvoll aufbauen und welche Medien für welchen Schritt hilfreich sein könnten.
Wenden Sie sich der Projektionsfläche zu und lesen Sie alles vor! Die Zuhörer sollen sich auf Ihre Darstellungen konzentrieren und nicht auf Sie als Person. Idealerweise steht einfach alles auf den Charts. So können Sie nichts vergessen und jeder kann mitlesen. Dies gibt Ihnen auch die Möglichkeit elegant den lästigen Blickkontakt zu einzelnen zu vermeiden, der von zart besaiteten Zeitgenossen sowieso nicht erwidert wird. Ganz im Gegenteil, Sie erzeugen dadurch nur unnötig Kontakt zum Auditorium, mit dem Sie dann zurecht kommen müssen.
Sehr hilfreich ist es hierzu auch, ein Notebook mit sehr kleinem Monitor zu nutzen, ein so genanntes „Sub-Notebook“. Dadurch kommen Sie erst gar nicht so leicht in Versuchung, sich den Menschen zuzuwenden und den Text auf dem Monitor zu nutzen. Außerdem ist es ja für jeden aufmerksamen Zuseher offensichtlich, dass Sie sich abwenden müssen, wie soll das sonst gehen!? Der souveräne Einsatz von Powerpoint verlangt eben auch eine professionelle Distanz zum Auditorium, dazu sollten Sie stehen.
Reizen Sie konsequent die technischen Möglichkeiten aus! Schaffen Sie Abwechslung! Verzichten Sie auf eine „Masterfolie“ (Template), die einen optischen „roten Faden“ in Ihre Präsentation zaubern würde. Gestalten Sie vielmehr den Aufbau jedes Slides anders, neu, überraschend! Und bauen Sie jedes mal eine andere Animation ein, so dass auch dem letzen Zweifler die kreativen Möglichkeiten von Powerpoint deutlich werden, denn darum geht es letztlich ja - wie bitte sonst sollten Sie zur Geltung kommen!?
Sehr gut geeignet sind auch akustische Signale, die etwa das Überblenden auf eine neue Folie begleiten oder - noch besser - animieren Sie neuen Text b-u-c-h-s-t-a-b-e-n-w-e-i-s-e. Das bringt Spannung in den Raum! Wer möchte schon mit ganzen Worten oder Zeilen ja vielleicht sogar kompletten Absätzen oder Sinneinheiten überfallen werden? ...und das vielleicht noch durchgängig mit immer der selben Animation!
Nutzen Sie die Stärke von Schwarz! Die Menschen haben die Dinge gerne „schwarz auf weiß“, nutzen Sie das und verzichten Sie auf den Einsatz zusätzlicher Farben! Schwarz ist die ideale Schriftfarbe, da der Kontrast maximal ist. Zusätzliche Farben verwirren und machen das Erscheinungsbild möglicherweise lebendig und leicht zu erfassen. Die Gefahr ist groß, dass die Zuschauer dies als angenehm empfinden und auch als ungewöhnlich und fremd.
Schwarz ist im Business weit verbreitet und positiv besetzt, man denke nur an die berühmten „schwarzen Zahlen“. Ja, auch für die Darstellung von Zahlen ist schwarz gut geeignet. Graphiken in schwarzweiß lenken nicht ab und verhindern, dass einzelne Aussagen völlig undemokratisch hervorgehoben werden. Man kann ja auch sehr kreativ mit Grautönen arbeiten, mit Mustern und Schattierungen ... Das ist letztlich ja auch ein Kostenfaktor: Stellen Sie sich nur mal vor, Sie müssten Ihre Graphiken mal ausdrucken – da kommen Sie mit schwarzweiß deutlich besser weg!
Nutzen Sie keinesfalls die Fähigkeit der Menschen Farben und Formen zur Orientierung zu nutzen! Es wäre einfach zu einfach, ja geradezu banal, wenn Sie inhaltliche Sinneinheiten durch den Einsatz unterschiedlicher Farben und/oder Formen kenntlich machen würden. Da wüsste jeder intuitiv, was zusammengehört und wann eine neue Sinneinheit beginnt. Das würde völlig aus dem Rahmen fallen, denn kaum jemand macht das. Und es würde letztlich die Intelligenz der Teilnehmer mit Füssen treten, sie könnten inhaltlich mitdenken und wären nicht mehr damit beschäftigt zu verstehen, wie Sie Ihre Inhalte gegliedert haben und aus welchem Grund gerade eben so ...
Dass der gekonnte Einsatz von Farben und Formen abstumpft, erleben wir pausenlos im Alltag. Denkt man nur an die vielen Firmen- und Marken-Logos. Ein Blick sagt alles. Um wen geht es da, was macht der, was ist das Angebot, die Kernbotschaft, möglicherweise fällt uns zu allem Überfluss auch gleich noch der zugehörige Slogan ein. Genau das ist es, was es in Präsentationen zu vermeiden gilt: Klare Orientierung durch Farben und Formen.
Verzichten Sie auf Audio- und Filmsequenzen! Powerpoint lässt es zwar zu, Audio- und Videosequenzen einzubauen, doch nimmt dies Zeit in Anspruch, die Sie nicht haben. Das Auditorium soll sich auf den geschriebenen Text konzentrieren, im Businessalltag schaut man ja auch keine „Filmchen“. Und schließlich: Wo bitte steht geschrieben, dass Präsentationen kurzweilig sein sollen?
Bringen Sie neue Sinneinheiten unauffällig ins Spiel! Blenden Sie Text, der zu einem neuen Kapitel gehört so ein, dass man den Übergang nicht merkt. Auch den Wechsel von einem Slide zum nächsten sollte man nur mitkriegen, wenn man sehr aufmerksam ist. Ein erkennbares „Umsteigen“, ein deutlicher Wechsel bringen Leben in die Bude und das wirkt nicht seriös und gediegen, sondern frisch, lebendig und abwechslungsreich und genau diesen Eindruck sollten Sie vermeiden.
Zudem sollte das Auditorium sich bemühen selbst zu erkennen, wann das Thema wechselt, wann ein neuer Aspekt angesprochen wird und an welcher Stelle des Gesamtvortrages Sie sich befinden. Nur so bleiben die Leute gespannt und konzentriert bei der Stange, bis zum Schluss.
Gestalten Sie den Schluss in einer den Teilnehmern vertrauten Art und Weise! Immer wieder gern genommen werden etwa Redewendungen, wie: „Das war´s!“ „Soweit dazu!“ oder „Damit bin ich am Ende ... meiner Ausführungen!“. Wenn Sie dazu noch den Beamer abschalten, kommt - zumindest bei denen, die schon mal im Kino waren - das Gefühl auf, dass die Vorstellung jetzt zu Ende ist und man jetzt gehen sollte.
Völlig verwirrend sind Dinge, wie das nochmalige Einblenden der Agenda oder einer These. Geradezu revolutionär wäre es, die Teilnehmer aufzufordern, sich jetzt kurz mit dem Nachbarn oder der Nachbarin auszutauschen und sich auf ein oder zwei Fragen zum Thema zu verständigen. Wenn Schluss ist, dann ist Schluss – der Abschuss ist schließlich keine eigene Phase, sondern eben der Schluss.
Übrigens: Achten Sie darauf, dass Sie während des Vortrages etwas abseits stehen und sich das Publikum auf die Projektionsfläche konzentrieren kann. Bei einer Präsentation kommt es schließlich nicht auf den Vortragenden an, sondern auf die Inhalte und auf Powerpoint.
Böse Zungen behaupten zwar, dass es wichtig wäre, Powerpoint und jedes (weitere) Medium als Hilfsmittel zu sehen und zu nutzen, so dass es der Person dient und deren Wirkung unterstreicht. Na ja, wie dem auch sei, einfacher ist es auf jeden Fall, wenn Sie das Programm ausreizen und sich selbst im Hintergrund halten - zumindest für Sie ... Und darauf kommt es „am Ende des Tages“ ja schließlich an – oder?
Ein Tipp zum Schluss: Wenn Sie aufs Ganze gehen möchten, damit Ihre Powerpoint-Folien optimal zur Geltung kommen, dann knipsen Sie für Ihre Präsentation das Licht aus! Oder dimmen Sie es wenigstes. Auf diese einfach Weise können Sie die Menschen zwingen, Ihrer Powerpoint-Kunst maximale Aufmerksamkeit zu widmen. Es bleibt den Gästen nichts übrig, denn Sie sind ja in der Dunkelheit kaum zu erkennen.
Dieses Vorgehen kostet Sie zwar Ihre persönliche Wirkung, die sich dadurch entfaltet, dass Ihre Gestik und - wenn der Kreis nicht allzu groß ist - Ihre Mimik zu erkennen sind. Und dadurch, dass Sie auf Reaktionen aus dem Publikum unmittelbar entsprechend reagieren können, indem Sie lauter oder leiser sprechen, schneller oder langsamer werden etc. – aber die Slides sind optimal zu sehen!
Noch ein Vorteil am Rande: Wenn Sie nicht abdunkeln, benötigen Sie einen lichtstarken Beamer, wenn Sie aber abdunkeln, dann machen Sie auch mit einem einfachen Gerät eine gute Figur. Zumindest die Wirkung Ihrer Powerpoint-Show ist optimal ... und jeder muss zugeben: „Mit Powerpoint kann er/sie umgehen!“
Herzlichst
Ihr
Josef W. Seifert
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