Die Experto.de Redaktion

Tibet Krise - die geschichtliche Komponente

Als das heutige Tibet wird sowohl das gesamte tibetische Hochland als auch für das autonome Gebiet Tibet, ein in den fünfziger Jahren gewaltsam annektiertes Verwaltungsgebiet der Volksrepublik China bezeichnet. Das autonome Gebiet Tibet umfasst etwa die Hälfte des tibetischen Kulturraums und liegt im Süden Tibets.

Tibet liegt auf einem großen, dünn besiedelten Hochplateau im Himalaja und wird deswegen auch als "Dach der Welt" bezeichnet.

Bis zum 12. Jahrhundert war Tibet eine unabhängige Monarchie. Seit dem 18. Jahrhundert vergrößerte sich der Einfluss Chinas enorm und Tibet verlor zunehmend seine politische Unabhängigkeit.

Nach der Gründung der Volksrepublik China, als die Kommunistische Partei die Macht ergriff, erhob die chinesische Regierung ihren Anspruch auf Tibet und dessen Anschluss an das chinesische „Mutterland". Im Oktober 1950 marschierte die chinesische Volksbefreiungsarmee in die tibetische Stadt Chamdo ein. Einen Monat nach der Kapitulation der tibetischen Armee übernahm in Lhasa im Alter von 15 Jahren der 14. Dalai Lama die Regierung Tibets. Nach der Aufnahme von Verhandlungen wurde im Oktober 1951 unter politischem Druck in Peking das Abkommen zu Integration Tibets unterzeichnet. In diesem wurde Tibet neben der regionalen Autonomie und Religionsfreiheit auch eine Garantie zugesichert, dass das existierende politische System in Tibet unverändert bleibt. Dennoch brach nur wenige Tage später die Volksbefreiungsarmee nach Tibet auf und errichtete innerhalb weniger Monate eine starke Militärpräsenz in Lhasa.

In den folgenden Jahren kam es in Tibet zu größeren Unruhen und spontanen Aufständen. Nachdem die chinesische Regierung offen bekündete, dass der Dalai Lama seine Pietät verlor, brach am 10. März 1959 in Lhasa der Tibetaufstand aus. Am 17. März 1959 floh der Dalai Lama nach Indien und gilt seitdem als Oberhaupt der Exiltibeter, sowie Führer der Exilregierung. Zwei Tage später brachen Kämpfe in der Stadt aus und der Volksaufstand wurde am 21. März brutal niedergeschlagen. Bei den Kämpfen starben laut exiltibetischer Angaben zehntausende Tibeter. Die meisten Exiltibeter leben heutzutage in Indien, rund 85.000 Menschen sind dort hingeflüchtet. Aber auch in Nepal, Kanada und den USA leben viele Flüchtlinge. Zu weiteren Unruhen kam es auch zwischen 1987 und 1989, sowie im März 2008.

Seit 1987 veröffentlichte das Europäische Parlament mehrere Tibet betreffende Berichte, in denen wiederholt die Verletzungen der Menschenrechte und der Religionsfreiheit durch die chinesischen Behörden angeprangert wurden. Dennoch kam es noch zu keiner Resolution.

  2 Bewertungen