von Thuy Tran, veröffentlicht in Vietnam
Die alte Kaiserstadt Hue
Hue gehört zu einer meiner Lieblingsstädte in Vietnam. Abgesehen von den historischen Sehenswürdigkeiten, strahlt diese Stadt eine gewisse Gelassenheit, Erhabenheit und Gemütlichkeit aus. Auch der Fluss Huong Giang (duftender Fluss) und die umliegenden Berge unterstreichen diese Anmut und die Romantik vergangener Zeiten.
Dabei hatte die Stadt in der sogenannten Tet-Offensive 1968 schwer gelitten. Abgesehen von vielen buddhistischen Mönchen und Zivilisten, die bei diesem Angriff der Vietcongs aus dem Norden Vietnams und im Kampf gegen die Amerikanern und Südvietnamesen getötet und brutal niedergeschlagen wurden, zerstörte dieser Teil des Vietnamkrieges viele historischen Gebäude der Stadt, unter anderem die Zitadelle, die inzwischen restauriert und unter dem Schutz der UNESCO steht.
Die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt
Die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt – eine Nachahmung Pekings – können Sie heute besuchen und sie gehört zu den Sehenswürdigkeiten Hues. Die Festung ist von Schutzmauern umgeben. Die große Außenmauer wurde von 1805-1832 erbaut. Sie ist 11 km lang, 6 m hoch und 20 m dick, hat 11 Tore und 24 Wachtürme, außerdem ist sie von einem 23 m breiten und 4 m tiefen Wassergraben umgeben.
Heute noch erhaltene interessante Sehenswürdigkeiten im Inneren der Zitadelle und der Kaiserstadt sind: der Fahnenmast, das Mittagstor, der Hof für kaiserliche Zeremonien, die Halle der Höchsten Harmonie, der zum Gedenken an die Nguyen-Kaisererrichtete Tempel, neun dynastische Urnen und die verbotene Stadt, die der kaiserliche Familie vorbehalten war.
Dies ist nur eine kleine Auswahl an Sehenswertes, die Sie in der Kaiserstadt bewundern können. Der Eintritt in die Zitadelle kostet für Touristen 5 Dollar, sie hat täglich von 6.30 bis 17.00 Uhr auf.
Die Thien-Mu-Pagode
Mit dem Boot oder zu Fuß kann man die Thien-Mu-Pagode erreichen. Natürlich gibt es für diesen Bau der Pagode eine Geschichte zu erzählen: Auf diesem kleinen Hügel fand man eines Nachts eine alte Frau, die in vietnamesischer Tracht in Rot und Grün dort saß. Die Frau behauptete, dass dieser Hügel ein göttlicher Ort wäre und daher sollte hier eine Pagode errichtet werden. Nach dieser Ansage verschwand sie in den Wolken. So wurde diese Pagode gebaut und man nannte sie Thien-Mu, was so viel bedeutet wie Pagode der alten Himmelsgöttin.
Die Thien-Mu-Pagode ist das Wahrzeichen Hues geworden. Der achteckige Phuo Duyen-Turm hat sieben Stockwerke, die Anzahl der Inkarnationen Buddhas. Die Pagode ist für jeden Mann zugänglich und kostet keinen Eintritt. Auf dem Turm oder einfach nur auf diesem Hügel haben Sie einen atemberaubenden Ausblick über den Fluss und die Umgebung. Besonders romantisch, wenn die Sonne untergeht!
Die Königsgräber
Es gibt drei große Grabstätte zu besichtigen: die vom König Minh-Mang, vom König Tu Duc und vom König Khai Dinh.
König Minh-Mang regierte 1820-1841. Der Palast, der Pavillon und die Tore sind in einem Park harmonisch um die zwei großen Seen herum gebaut, die den Eindruck einer großzügigen und friedvollen Atmosphäre vermitteln. Die Grabstätte befindet sich von der Thien-Mu-Pagode aus ca. 5 km flussaufwärts. Die Landstraße dorthin ist in einem guten Zustand.
Von der Grabstätte des Minh-Mang-Königs aus geht man weiter auf das Grab vom König Tu Ducs, der eine Regierungszeit von 1847-1883 aufwies. Der König ließ sein Grabmal schon zu seinen Lebzeiten (1848) bauen. Als 1867 seine parkähnliche Grabanlage fertig war, zog er sich immer mehr hierher zurück und kümmerte sich nicht mehr um seine Regierungsgeschäfte, da die Franzosen ins Land rückten und die Macht übernahmen. Der König saß lieber hier an den Seen mit seinen Konkubinen und widmete sich der Literatur.
Das Besondere an dem Grab des Königs Khai Dinh ist der französische Barock-Baustil. Der König hatte seine Amtszeiten (1916-1925), als der Einfluss Europas, insbesondere natürlich Frankreichs, groß war. Eine breite und steile Treppe, verziert mit riesigen Drachen, führt zunächst zu einer Plattform mit betonierten Wächtern. Das Grab des Königs liegt noch ein bisschen höher. Grau von außen, zeigt es sich von innen mit bunten Kacheln, Glas- und Porzellanscherben.
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