von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Dinge, die in China zum Alltag gehören
Thermoskanne: Egal ob im Winter oder im Sommer – Chinesen brauchen im Alltag abgekochtes Wasser, das in großen bunten Thermoskannen mit Blumenmotiven aufbewahrt und über den Tag aufgebraucht wird. Schon allein aus hygienischen Gründen trinken sie nie Wasser aus der Leitung.
Tee: Keine Überraschung! Tee trinken Chinesen wie hier die Deutschen Kaffee, oder vielleicht sogar noch mehr. Mit dem Wasser aus der Thermoskanne werden die tragbaren "Teetassen" immer wieder aufgegossen – natürlich mit Teeblättern und nicht mit Teebeuteln. Kein Wunder also, dass es viele Teehäuser und wunderschöne Teekannen und -tassen gibt.
Parks: Tee trinkt man nicht unbedingt zu Hause, sondern überall - am bequemsten ist es im nächstliegenden Park, dem Ruhepol in den Städten. Dort trifft man Bekannte, Nachbarn, mit denen man über dies und jenes plaudern kann. Hier ist der Treffpunkt, um chinesisches Schach zu spielen. Oder um seinen Vögeln, die in tragbaren Holzkäfigen sitzen, das Sprechen beizubringen. Oder um gemeinsam Sport wie Tanz oder Taichi zu machen.
Stäbchen: Der Chinese isst in der Regel immer noch am liebsten mit Stäbchen. Diese sind aus Plastik oder aus Holz. In Restaurants benutzt man Einweg-Holz-Stäbchen. Diese sind etwas kleiner als normale Haushaltsstäbchen und müssen vor dem ersten Gebrauch noch getrennt werden.
Kinder: Chinesen lieben Kinder. Fast in jeder Familie gibt es ein Baby. Früher lebten drei Generationen unter einem Dach, und es war selbstverständlich, dass die Großeltern und die älteren Geschwister auf die jüngeren Geschwister aufpassten.
Seit der Ein-Kind-Politik und der zunehmenden Urbanisierung bestehen chinesische Familien eher aus Eltern und Kind. Und wenn die Frau zur Arbeit geht, gewährleistet der Staat eine Betreuung.
Fahrrad: China ohne Fahrräder ist undenkbar. Fast jeder hat ein Fahrrad oder fährt Fahrrad. Die Fahrradwege in den Städten sind teilweise breiter als die Straßen für Autos. Es gibt vor Kaufhäusern oder Restaurants Parkplätze für Fahrräder wie hier in Deutschland Parkhäuser für Autos - Fahrräder werden also gegen Gebühr beaufsichtigt geparkt. Chinesische Hupen und Fahrradklingeln sind großartige Souvenirs!
Langsam werden die Fahrräder allerdings von Mopeds abgelöst. Aber ich bin sicher, Fahrräder sterben in China nicht aus.
Straßenverkauf: Wenn man Straßenverkauf hört, denkt man wohl in erster Linie an Garküchen und Ein-Mann-Restaurants. Wenn man überzeugt ist, dass es sich um einen hygienischen Stand handelt, schmeckt die Küche dort auch am authentischsten.
Doch Straßenverkauf ist vielmehr: Friseure, Fahrradstationen, Tankstellen für Mopeds, Massage, Akupunktur etc.
Fotos: Nicht nur die Japaner machen gerne Fotos, auch die Chinesen lichten fleißig ab. Es gibt einen regelrechten chinesischen Foto-Kult. Es fängt damit an, dass auf jedem Landschaftsfoto unbedingt auch eine Person darauf sein muss. Junge Leute posieren sich gerne in lustigen Posen, machen den "Hasen" mit dem Zeige- und Mittelfinger, oder zeigen mit dem Zeigefinger auf ihre Wangen, um ein Grübchen anzudeuten.
Dann gibt es Fotostudios, die vor allem Hochzeitspaare aufwendig gekleidet, geschminkt und posiert darstellen. In XXL-Format und in XXL-Mengen. Mit Weichzeichner werden sie makellos und blass dargestellt, ein Schönheitsideal, das bis heute gehalten hat. Frauen tragen verschiedene westliche Kleider oder Qipaos. Männer posieren in Smoking oder chinesischen Gelehrten-Gewändern.
Automaten machen nicht nur Lichtbilder, sondern lustige kleine Sticker mit Phantasie-Hintergrund oder kitschige Herzchenrahmen. Sie als Westler werden oft aufgefordert, sich mit Chinesen fotografieren zu lassen.
Jade: Chinesen lieben Jade. Kein Wunder, denn es heißt, dass Jade schützende Energie besitzt. Es ist ein Stein zwischen Himmel und Erde. Schon Babys und Kleinkinder bekommen Jade als Schutz. In Form einer Münze mit einem Loch in der Mitte tragen sie diese Münzen an einem roten Bändchen um den Hals.
Eheleute schenken sich gerne Jadeschmuck, und traditionell trug eine versprochene Frau von ihrem zukünftigen Mann einen jadenen Armreif. In China gibt es viele Jade-Märkte in jeder Kategorie. Auch diese sind beliebte Mitbringsel. Es gibt sie in jeder Preisklasse.
Taxi: Neben Bus und U-Bahn fahren Chinesen auch sehr gerne Taxi. Es gibt gelbe oder – was seltener ist – schwarze. Diese stehen an fast jeder Ecke, und die Taxi-Fahrer sind teilweise an Bahnhöfen sehr aufdringlich, wenn sie um ihre Gäste werben.
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