von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Die neuen wirtschaftlichen Reformen in den achtziger Jahren
Nach Maos Tod endete auch die Kulturrevolution und durch Deng Xiaopings neue wirtschaftliche Reformen kehrte symbolisch wieder der Frühling in China ein. Deng packte zuerst die Landwirtschaft an. Bauern bekamen wieder Land als Pacht zurück und sie durften das Land auf eigene Verantwortung beackern.
Individuelle Leistungen und private Initiative wurden wieder belohnt, die Anhebung der Preise für landwirtschaftliche Produkte führte dazu, dass die Bauern zu der Beackerung der Ländereien auch Viehzucht, Fischerei etc. betrieben.
Deng sorgte auch dafür, dass moderne Maßnahmen wie neue Bewässerungsmethoden und verbesserte Düngermethoden in der Landwirtschaft durchgesetzt wurden. Das bäuerliche Einkommen wurde innerhalb von sieben Jahren verfünffacht. 1984 deckte die Getreideernte nicht nur den Bedarf der Bevölkerung, sondern überstieg diesen sogar. Die Bevölkerung wurde sogar ermutigt, einen so genannten 10.000-Yuan-Haushalt zu führen. Deng strebte an, dass es eine Mittelschicht geben sollte.
Die Reformierung der städtischen Industrie
Natürlich wurde auch in den Städten die Industrie hoch gepusht. Die Wirtschaftsplanung wurde nicht mehr zentriert verwaltet, sodass Privatbetriebe zugelassen wurden. Die Leichtindustrie wurde für den Konsumbedarf wieder belebt. Kredite waren wieder erlaubt und wurden ausgegeben; ausländische Firmen durften als Joint-Venture-Unternehmen in China tätig sein; "Wirtschaftssonderzonen" wurden aufgestellt, um zu testen, wie gut der Kapitalismus unter einer kommunistischen Führung durchzuführen ist.
Die Entlohnung erfolgte auch hier in den Städten nach Leistung. Geld regierte nun wieder in China und Nebenerscheinungen wie Bettler, Arbeitslosigkeit und Korruption nehmen auch mehr zu.
Die politische Entwicklung in den achtziger Jahren
Deng Xiaopings Wirtschaftsreformen fanden Erfolge. Seine liberale Art ließ bei den Intellektuellen die Hoffnung aufkeimen, dass sich auch in China die politischen Verhältnisse verbesserten. Doch genau hier war der kritische Punkt: Einerseits schien es, dass die Regierung wieder mehr geistige Freiheit zuließ, im nächsten Moment wurden aber wieder Bücher verbrannt, der Kontakt mit Ausländern verboten oder Aufsässige verhaftet.
Die Niederschlagung der Studentendemos auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahre 1989 war ein solches Beispiel. Es schien, als ob Deng gerne liberale Ideen zuließ und die Verhältnisse sich lockerten, im nächsten Moment aber machte er wieder zwei Schritte zurück und ließ zu, dass liberale Ideen niedergeschlagen werden.
Die heutige chinesische Regierung
1997 starb Deng Xiaoping, sein Nachfolger war Jiang Zemin. Heute ist Hu Jintao Staatsoberhaupt Chinas. Heute macht China enormen wirtschaftlichen Aufschwung, aber noch nie war die Korruption so schlimm und verbreitet. Überbevölkerung, Menschenrechtsverletzung und Umweltverschmutzung sind die größten Probleme, die es momentan in China gibt. Und der Weg zur Demokratisierung bleibt eine große Herausforderung.

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„Bevor du neue Wege gehst, gehe einen Schritt zurück. Zu dir selbst.“