von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Die Gründung der Volksrepublik China (01.10.1949)
Nach der grausamen Besatzung der Japaner war es kein Wunder, dass die chinesische Bevölkerung den Rückzug Japans aus China als Erlösung betrachtete und die Kommunisten feierten. Jedoch war der Rückzug kein Verdienst der Kommunisten, sondern es kam daher, weil im August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki die Atombombe fiel und die sowjetische Regierung Japan den Krieg erklärte.
In China selbst brach nun zwischen der KPCh und die Kuomingtang (KMT), geführt von Jiang Kaishek, der sich zu lange mit den Japanern verbündete, ein dreijähriger Bürgerkrieg aus, von 1946 - 1948. Jiang Kaishek verlor den Krieg, floh mit seinen Gefolgsleuten auf die Insel Taiwan. Die Kommunisten mit Mao Zedong an der Spitze übernahmen 1949 die gesamte Macht über das Festland. Am 01. Oktober 1949 rief also Mao Zedong auf dem Tian’anmen die Gründung der Volksrepublik China aus.
Die Hundert-Blumen-Bewegung in China (1957)
Die Begeisterung über die Kommunisten musste in den ersten Jahren sehr groß sein. Man war dankbar, dass Frieden einkehrte und die Versprechungen der Kommunisten für eine bessere Zukunft prägten sich in den Köpfen der jungen Chinesen ein. Sonst ist es nicht zu erklären, wieso die Intellektuellen sich dermaßen hintergehen ließen:
Die Kampagne mit dem schönen und poetischen Namen "Hundert-Blumen-Bewegung" wurde von der Regierung im Frühjahr 1957 aufgerufen, um die Bürger aufzufordern, Kritik an die Partei und ihren Kadern zu richten. Es soll den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Gedanken gegenseitig auszutauschen und Verbesserungen und neue Ideen darzustellen.
Die Intellektuellen glaubten in ihrer Euphorie, dass die Regierung tatsächlich liberaler und demokratischer geworden ist. Daher fassten sie Mut, forderten in Debatten, in Artikeln, auf Postern oder in Liedern mehr soziale Gerechtigkeit, Änderungen in der Regierungsstruktur. Doch sie wurden schwer getäuscht:
Schon nach vier Monaten wurden alle von der Regierung unter Führung Maos verhaftet, die Kritik ausübten oder nach mehr Änderungen verlangten. Die wurden als "Feinde des Regimes" abgestempelt, gepeinigt und inhaftiert. Nie wieder kehrte das Vertrauen der Intellektuellen zur chinesischen Regierung zurück – dieser "Schock" unter dem schönen Decknamen "Hundert-Blumen" zeigt sich bis heute in chinesischer Literatur und Kunst.
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