von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Chinesisches Kung Fu
Zugegeben: Ich finde die Choreografie dieser chinesischen Kampfsportart sehr ästhetisch. Als Laie weiß ich, dass Chinesisches Kung Fu nicht nur eine Verteidigungskunst ist, sondern vom Tai Chi abgeleitet wird. Und Tai Chi – in der Umgangssprache auch als "Schattenboxen" bezeichnet – ist nichts anderes als die "langsame", meditative Form des Kung Fus, welche die Gesundheit fördert.
Wenn man die ganzen Abfolgen des Tai Chi Chuans, so die vollständige Bezeichnung, beobachtet, sieht es tatsächlich wie ein langsamer Tanz aus. Die Abfolgen in schneller Bewegung dann erinnert schon an Kung Fu.
Der Shaolin-Tempel
Aber was ist denn nun Kung Fu? Klar, für die meisten Westler ist es ganz klar eine faszinierende Chinesische Kampfkunst, deren Stile nach Tieren wie Drachen-, Tiger-, Panther- oder Schlagenstil benannt werden. Bruce Lee, Jet Le, Jacky Chan personifizieren Kung Fu. Vielleicht wissen einige auch, dass die berühmten Kung Fu-Stile von den Shaolin-Mönchen stammen. Der Name Shaolin leitet sich vom Namen des Tempels in Honan ab.
Der Tempel ist inzwischen auch bei den Touristen sehr bekannt und er hat sehr viele Besucher. Westler reisen sogar dorthin, um die Shaolin Kampfkunst zu erlernen. Ich habe einen Bericht von einem erfahrenen Reisenden dorthin gefunden und möchte Ihnen die Tipps nicht vorenthalten, falls Sie zu denen gehören, die unbedingt mal den Shaolin-Tempel besuchen wollen.
Ich selber war noch nie dort. Aber eine deutsche Freundin von mir war tatsächlich im Shaolin gewesen und hatte sogar für ein halbes Jahr im Tempel gewohnt, um die Kampfkunst zu erlernen. Aber es war hart und für eine Frau sowieso. Doch die Zeit hat sich für sie sehr gelohnt, denn sie konnte tatsächlich Kung Fu lernen!
Kung Fu – nicht nur eine Kampfsportart
Doch Kung Fu ist vielmehr. Das chinesische Wort Kung Fu bedeutet auch "hohe Kunst", "vollendetes Können". Es beschreibt die Beherrschung einer Sache, die so perfekt ausgeführt ist, dass man dazu sagen kann: "Das ist wirklich Kung Fu!" ("Hen hao kungfu!") Das gilt meist in handwerklichen Tätigkeiten wie Kalligraphie, Stickerei, Knöpferei, aber auch in alltäglichen Dingen wie Kochen, Tee zubereiten, etc.. Ein jeder kann ein "Kung Fu-Meister" werden.
Kung Fu gehört zum chinesischen Alltag
Wenn Sie in China sind, werden Sie sicherlich morgens im Park Menschenmengen sehen, die in Reih und Glied aufgestellt sind und gemeinsam Tai Chi machen oder Kung Fu üben. Es sind oft ältere Menschen, die schon lange diese Kunst beherrschen. An der Spannung und Leichtigkeit können Sie erkennen, wie gut diese ältere Herrschaften Ihre Kunst beherrschen. Sie wirken meistens auch sehr ausgeglichen und entspannt.
Es ist wirklich ein Genuss, ihnen beim Schattenboxen zuzuschauen. Die fließenden Bewegungen und die Gleichmäßigkeit, erinnern sie doch an einen Tanz oder wie Pinselstriche, die ein chinesisches Zeichen schreiben.
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