von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Alltag in China - die chinesische Schrift
Bildung von Piktogrammen in der chinesischen Schrift
Piktogrammen sind vereinfachte Linienzeichnungen von konkreten Gegenständen. Die Linienzeichnungen gehören zu den ältesten Zeichen der chinesischen Schriftstücke. Eine große Anzahl der gebräuchlichsten Zeichen, im Alltag Chinas von Millionen verwendet, sind Bilder dieser Art – und 3.000 bis 4.000 Jahre alt!
Das erste Zeichen, sozusagen das Urzeichen wurde durch den Anblick der Fußspuren von Vögeln und Enten auf weichem Boden "entdeckt". Bei vielen Zeichen ist der Charakter der Schrift bis heute im gegenwärtigen Schriftverkehr Chinas erhalten geblieben, bei anderen ist der Ursprung nicht mehr erkennbar.
Bildung von Ideogrammen in der chinesischen Schrift
Unter Ideogrammen versteht man die Verwendung von Piktogrammen für die Darstellung von abstrakten Begriffen. Sie sind also symbolähnliche Zeichen. Das Zeichen für "oben" beispielsweise sieht aus wie einen Pfeil nach oben, während "unten" der Pfeil nach unten zeigt. Ein weiteres lustiges Zeichen ist das Wort "boshaft" oder "schlecht". Es stellt ein Loch oder einen Graben dar, in den ein unachtsamer Reisender (als Kreuz dargestellt) reinfällt.
Es gibt auch zusammengesetzte Ideogramme. Diese verbinden zwei oder mehr Zeichenelemente zu einem neuen zusammen. Zu nennen wäre das Zeichen für "ausruhen". Es setzt sich einfach zusammen aus einem "Menschen", der sich an einem "Baum" lehnt. Oder das Zeichen für "spitz": Eine Sache, die "breit" oder "groß" am Boden ist und allmählich "schmal" oder "klein" in der Höhe wird. "Spitz" = "klein" auf "groß".
Bildung von Phonogrammen in der chinesischen Schrift
Unter Phonogrammen versteht man die Verwendung von Piktogrammen und Ideogrammen für die Darstellung gleichlautender Tonsilben, die weder als Piktogramm noch Ideogramm schriftlich festgelegt werden. Das Zeichen "bei" beispielsweise setzt sich aus zwei Menschen zusammen, die Rücken an Rück zu einander stehen. Die ursprüngliche Bedeutung war "Rücken". Später wurde dieses Zeichen entlehnt, um den Laut "bei" für die Himmelsrichtung "Norden" darzustellen.
Um die Verwirrung, dass ein Zeichen für zwei verschiedene Worte benutzt wird, zu lösen, wurde unter das Zeichen für "bei" das Zeichen "rou" für "Fleisch" hinzugefügt, um die ursprüngliche Bedeutung "Rücken" auszudrücken. Ausländische Namen werden auch durch Phonoideogramme wiedergegeben.
Bildung von Phonoideogrammen in der chinesischen Schrift
Phonoideogramm lässt sich als "Ton und Form" übersetzen. Das bedeutet, dass es Zeichen gibt, die aus einem phonetischen Bestandteil und aus einem Sinnbestandteil zusammengesetzt werden. Den Sinnbestandteil nennt man auch "Radikal", und davon gibt es 214. Von den gesamten Radikalen können einige in Zusammenfassung vereinfacht auftauchen.
Anhand dieser Radikalen kann man die Bedeutung eines Zeichens, das man nicht kennt, erraten. Diese Sinnbestandteile sind außerdem bedeutsam für die Verwendung von Wörterbüchern. Bei der lexikalischen Erfassung wird das Schriftzeichen nach der Gesamtzahl der Striche, aus denen sich der phonetische Bestandteil zusammensetzt, geordnet.
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