von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Die Stellung der chinesischen Küche
Wie wichtig das Essen für die Chinesen ist, spiegelt sich auch in der chinesischen Sprache wider. So begrüßen sich die Südchinesen mit "Haben Sie schon gegessen?" Antwortet der Gegenüber mit einem "Ja", bedeutet das, dass es ihm gut geht, weil er nicht hungern muss. Antwortet er dagegen mit einem "Nein", fühlt sich der Fragende verpflichtet, ihn in Ruhe zu lassen, damit er diese wichtige Tätigkeit nachgehen kann. Im schlimmsten Fall bedeutet es auch, dass er andere Sorgen oder Stress hat, da er nicht einmal zum Essen kommt.
Für westliche Ohren amüsant, aber ein weiterer Hinweis, dass Essen für Chinesen von großer Wichtigkeit ist, merkt man an folgenden weiteren chinesischen Ausdrücken: "Essig essen" bedeutet eifersüchtig sein, "Bitternis essen" heißt so viel wie eine schwere Zeit durchmachen oder "salzig essen" bei kleinen Kindern weist daraufhin, dass sie bald ihre Lektion lernen werden.
Ein weiteres Indiz, dass die chinesische Küche für die Chinesen ein eigenes Reich ist, zeigt sich auch in den Namen der Speisen. Jedes Gericht hat seinen Namen, so zum Beispiel "drei Köstlichkeiten aus der Erde" (Kartoffel, Aubergine und Paprika) oder "der Mönch, der über acht Mauern springt" (ein vegetarisches Gericht mit acht verschiedenen Gemüsesorten), etc.
Bei einigen Gerichten weiß man die Herkunft nicht mehr, aber es verwundert nicht, dass es für Ausländer ein eigenes Lexikon für die Benennung der Gerichte gibt. Vergleichbar hierzu: Auch die deutsche Küche hat einige außergewöhnliche Speisen wie "Halver Hahn" (rheinländisch: halbes belegtes Röggelchen mit Käse), "Himmel und Ädd" (rheinländisch: Apfelmus mit Kartoffelbrei, dazu gebratene Blutwurst) oder "Strammer Max" (Brot mit Schinken und Spiegelei).
Tipp: Wenn es geht, fragen Sie im Restaurant, ob Sie die Speisekarte behalten dürfen, um das "Vokabular" entsprechend zu haben. Für die ersten Restaurant-Besuche in China habe ich Ihnen eine Speisekarte mit typischen chinesischen Gerichten zusammengestellt.
Die chinesische Küche als Kommunikation
Es ist nicht neu – auch in Deutschland geht man gerne mit Freunden essen und unterhält sich dabei. Aber den Chinesen ist es doch weitaus differenzierter. Es ist nicht nur die Geselligkeit, es ist viel mehr. Es fängt schon damit an, dass es einen Gastgeber gibt, der auch das Restaurant aussucht. Mit der Auswahl des Restaurants und den dazu gehörigen Speisen kann er sein "Gesicht gewinnen oder verlieren".
So lädt man nicht nur Freunde und Verwandte ein, sondern vielmehr auch Geschäftspartner oder seinen Vorgesetzten, um zum Beispiel einen Vertrag auszuhandeln oder gar um einen Gehaltserhöhung zu erbitten. Oder der jüngere Bruder möchte vom älteren Bruder um einen Gefallen bitten.
Tipp: Sind Sie Geschäftsmann in China, gehen Sie öfters mit Ihren Kunden essen statt sich in Besprechungsräumen aufzuhalten. In Restaurants kommen Sie sich eher näher und schneller zu Vereinbarungen.
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| simplify your life - einfacher und glücklicher leben | Dr. Spitzbart's Gesundheitspraxis | Natur & Gesundheit |
Gast
26. November 2009, 11:14, im Forum China
Gast
25. November 2009, 17:49, im Forum China
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