von Thuy Tran, veröffentlicht in China
Chinesische Kalligraphie als Siegelabdruck des Geistes
Es ist allgemein bekannt, dass man in der Handschrift den Charakter des Schreibers erkennen kann. Mit einem elastischen Pinsel zu schreiben hebt nicht nur den Charakter, sondern vor allem auch den Gemütszustand – den Geist – des jeweiligen Kalligraphen noch deutlicher hervor. Das Schreiben mit dem Pinsel war früher also nicht nur ein Verständnismittel, es gilt bis zum heutigen Tag als Ausdrucksmittel für den Geist.
Ein Kalligraph sagte einmal: "Kalligraphie bringt körperliche und geistige Vorteile, denn sie fördert Disziplin, Geduld und Ausdauer". Bei der Tusche-Zubereitung, wenn der Kalligraph den Tuschstein auf dem Tuschreibstein mit etwas Wasser zur flüssigen Form zerreibt, findet er Zeit, in der er seine Kraft sammelt, um den nächsten Strich zu schreiben.
Denn die Bewegung, die zwar von der Hand ausgeführt wird, sollte aus dem Inneren des Körpers kommen und den Fluss des Geistes aufs Papier übertragen. Jedes leichte Heben und Senken, jedes ungewollte Zögern spiegelt sich in den Linien wider.
Chinesische Kalligraphie als Kunst
Die enge Verbindung von Kalligraphie und Malerei sieht man daran, dass fast alle Bilder mehrere Reihen chinesischer Schriftzeichen enthalten. Diese Schriftzeichen sind kalligraphische Aufschriften, die für sich alleine genommen auch schon ein Kunstwerk sind.
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