von Almut Winkler, veröffentlicht in Aktivreisen
Die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands, zieht jedes Jahr viele tausend Besucher an. Neben den Gipfelstürmern, die bequem mit der Bergbahn hinauffahren, wollen auch immer mehr Bergsteiger aus eigener Kraft den Gipfel der Zugspitze erklimmen.
Dafür stehen vier Routen zur Auswahl, die jede für sich lohnenswert ist. Einsamkeit und Ruhe wird auf Deutschlands höchstem Berg eher selten zu finden sein, doch darum geht es den wenigsten Besuchern. Vielmehr das Gefühl auch einmal auf Deutschlands höchstem Punkt gestanden zu sein. Von den vier Routen auf den Gipfel beginnen drei auf bayrischen und eine auf tiroler Boden.
Durch das Reintal auf die Zugspitze
Die Route durch das Reintal ist zwar der leichteste Weg auf den Gipfel, aber auch der längste. Rund 14 Stunden reine Gehzeit und 2250 Höhemneter sind die Eckdaten dieser Variante. Deswegen empfiehlt sich eine Übernachtung entweder auf der Reintalangerhütte auf 2250 Höhenmeter oder 700 Höhenmeter weiter oben auf der Knorrhütte.
Von hier sind es dann noch gut 900 Höhenmeter bis zum ersehnten Gipfelkreuz. Auch streckenmäßig ist hier schon mehr als die Hälfte geschafft. Höhepunkt der Route durch das Reintal ist die Durchquerung der Partnachklamm, die gleich zu Beginn der Route durchwandert wird. Ausgangspunkt ist das Skistadion in Garmisch-Partenkirchen.
Der Weg durch das Höllental auf den Gipfel
Ähnlich der Route durch das Reintal, wird auch hier gleich zu Beginn eine Klamm durchwandert. Ausgangspunkt ist der kleine Ort Hammersbach. Von hier aus geht es zur Höllentalklamm und direkt weiter zur Höllentalangerhütte. Insgesamt ist mit gut zwölf Stunden Gehzeit zu rechnen. Es müssen 2200 Höhenmeter überwunden werden. Übernachtungsmöglichkeit besteht auf der Höllentalangerhütte.
Weiterer Höhepunkt dieser Route ist die Hühnerleiter. Eine aus Krampen bestehende Leiter, die entlang des Felsens am Ende der Höllentals weiter bergauf geht. Zum Abhschluss ist noch ein Klettersteig zu überwinden, der auf den Gipfel führt.
Jubiläumsgrat: Die Route für Kletterer
Die anspruchsvollste Route auf die Zugspitze führt über den Jubiläumsgrat von der Alpspitze zur Zugspitze. Rund 1600 Höhenmeter in elf Stunden sind zu überwinden. Ein Biwak nahe der Höllentalspitze ist die einzige Übernachtungsmöglichkeit auf dem Grat. Ausgangspunkt ist die Bergstation der Alpspitzbahn. Auf dem Nordwandsteig geht es zum Einstieg in den Jubiläumsgrat. Diese Variante ist nur wirklich erfahrenen Kletterern zu empfehlen.
Durch den Stopselzieher auf den Gipfel
Der Weg von Tiroler Seite auf den Gipfel führt durch den berühmten Stopselzieher, ein Felstunnel durch den der Klettersteig führt. Ausgangspunkt für die Route ist die Talstation der Tiroler Zugspitzbahnen in Ehrwald. Bis zum Gipfel ist mit einer Gehzeit von sechs Stunden zu rechnen. Dafür müssen 1735 Höhenmeter überwunden werden. Übernachtungsmöglichkeit besteht in der Wiener-Neustädter-Hütte. Der Klettersteig mit dem Stopselzieherist unschwierig, führt aber steil bergauf.
Für den Abstieg können wahlweise die Bahnen auf deutscher oder auf österreichischer Seite genommen werden. Eine Reservierung auf den Hütten empfiehlt sich besonders in den Sommermonaten. Auf allen Routen ist auf stabile Wetterverhältnisse zu achten.
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