von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Der "wilde Westen" liegt in Lone Pine
Der kleine Ort Lone Pine ist selbst heute noch geprägt durch viele alte Westernfilme, die früher hier in der Gegend gedreht wurden. In den Restaurants. Hotels und Motels hängen überall Fotos und Filmplakate von den großen Westernstars, wie zum Beispiel Roy Rogers und John Wayne, aber auch Gary Cooper und James Stewart waren vertreten. Der Grund: westlich der Stadt liegen die Alabama Hills.
Abgerundete Felsen in allen Größen und Formen, scheinbar wahllos hingeworfen, bilden charakteristische Hügel, die für die Western damals als Kulisse dienten. Von Hollywood aus waren Lone Pine und die Alabama Hills einfach näher gelegen, als zum Beispiel das Monument Valley, das man ja auch aus vielen Western kennt.
Mit ein wenig Fantasie konnten wir in den Felsen und Formationen einiges erkennen, zum Beispiel eine Schildkröte oder einen Bären. Man kann auch hervorragend ein bisschen darin herum klettern, aber Vorsicht, die extrem raue Struktur der Felsen kann schnell zu Hautabschürfungen führen. Zum Glück hatten wir ein Fahrzeug mit Allrad-Antrieb. Der hat uns auf den Sand- und Schotterwegen zwischen den Felsen hindurch gute Dienste geleistet.
Nehmen Sie sich die Zeit dafür, es lohnt sich. Vom Motel bekamen wir einen kleinen Plan, auf dem ein paar "Besonderheiten" und auch Vermerke über Schauspieler und deren Filme verzeichnet waren. So bekamen wir die Gelegenheit, bei gutem Spätnachmittagslicht ein paar eindrucksvolle Fotos für unser Fotoalbum zu machen. Vor allem mit der High Sierra und ihren schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund.
Wenn man die kleine Straße nur ein wenig weiter fährt, die Serpentinen hoch in die Berge, bekommt man eine tolle Aussicht auf den Mt. Whitney. Der mit 4.350 m höchste Gipfel der USA (ohne Alaska), oder besser gesagt der Ausgangspunkt, der letzte Parkplatz, zum Weg auf den Gipfel, liegt nur 13 Meilen von Lone Pine entfernt. Mitten im Wald an einem kleinen Bach mit wunderschönem Wasserfall und Campingplatz.
Der höchste und der tiefste Punkt der USA
Auf der einen Seite (westlich) von Lone Pine also der höchste Berg, auf der anderen Seite sind es nur wenige Meilen bis ins Death Valley, dem tiefsten Punkt der USA, an einer Stelle 84 Meter unter dem Meeresspiegel. Um das bessere Nachmittagslicht nutzen zu können, fuhren wir am nächsten Tag erst Mittags los und brauchten ca. anderthalb Stunden über die Berge bis zum Visitor Center im Death Valley. Wir haben an diesem Tag 50 Grad Celsius gemessen, besser gesagt satte 122 Grad Fahrenheit.
Im Death Valley gibt es einige eindrucksvolle und schöne Orte, wie zum Beispiel bei Stovepipe Wells die bis zu 30 m hohen Sanddünen und der wohl bekannteste Punkt, neben dem tiefsten Punkt der USA, der Zabriskie Point. Vom Parkplatz bis rauf auf das Plateau, von dem aus man einen wunderschönen Ausblick auf die Felsformationen hat, die sanft unter einem liegen.
Auf diesem Weg dachten wir, wir müssten gegen einen riesigen Fön ankämpfen. Heiße Winde wehten unsere Hüte weg. Der Abstecher über den Artists Drive hat sich auch absolut gelohnt: fantastische Farben. Wer denkt, Wüste ist langweilig, der irrt. Eines ist aber auch immer zu bedenken, das es eine Wüste ist – also daran denken, genügend Wasser dabei zu haben!
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