von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Im Grand Canyon Nationalpark können Sie auf Ihrer Individualreise im Südwesten der USA natürlich auch wohnen, dort ist es allerdings ziemlich teuer und es ist schwierig ein Zimmer zu bekommen, vor allem wenn man - speziell in den Ferienzeiten im Sommer - nicht frühzeitig bucht. Der kleine Ort Tusayan ist da sicher eher zu empfehlen, vor allem wenn Sie keine langen Wege haben wollen. Wir haben diesen Ort schlichtweg bei unserer Planung übersehen und uns in ein Motel in Williams, das ca. 100 km vom Nationalpark entfernt ist, eingebucht.
Williams: Route 66 und Grand Canyon Railway
Williams (Arizona) ist eine etwas größere Stadt, hat einen Bahnhof von dem die "Grand Canyon Railway", eine Nostalgische Eisenbahn ganzjährig in den Grand Canyon NP fährt. Und sie ist ein Vorposten des Nationalparks. Auch hier gibt es viele Hotels und Motels, die auf die Touristen warten. Allerdings gibt es noch eine Besonderheit, denn Williams liegt an der berühmten Route 66. Direkt an dieser Straße scheint tatsächlich die Zeit still zu stehen.
Wir haben eine Wanderung durch diesen Teil der Stadt gemacht und fanden es recht nett. Williams hat durch seine Größe auch eine bessere Infrastruktur als zum Beispiel Tusayan. Es gibt große Supermärkte, in denen Sie sich wieder gut für die nächsten Tage versorgen können.
Wege in den Grand Canyon
Natürlich können Sie hinunter in den Grand Canyon wandern - bis ans Ufer des Colorado River. Aber dafür brauchen Sie Zeit und eine gute Kondition. Es gibt zwei Wege hinunter: Den bequemeren und etwas weniger steilen "Bright Angel Trail", der ca. 15 km lang ist und bei dem über 1.335 m Höhe überwunden werden muss. Das bedeutet runter ca. 3-5 Stunden. Der Aufstieg dauert - je nach Kondition - 5-8 Stunden.
Der zweite Weg, der steilere "South Kaibab Trail" (bei Sommerhitze gesperrt, da keine Wasserstelle vorhanden) ist 11 km lang. Aber durch die Steigung von durchschnittlich 13% ist er extrem anstrengend. Alternativ können Sie auch mit Mulis in den Gran Canyon reiten. In allen Fällen müssen Sie unten allerdings übernachten, denn one-way-hikes sind offiziell verboten. Wer also solche Touren in den Canyon machen möchte, sollte das einige Zeit vorher planen, denn auch die Übernachtungen im Gran Canyon sind schnell ausgebucht.
River Rafting am Gran Canyon
Die Wildwasserfahrten, auch River Rafting genannt, werden von Lees Ferry bei Marble Canyon gestartet. Auch dafür gibt es, trotz der hohen Preise, lange Wartelisten.
Skywalk am Gran Canyon
Eine neue Attraktion am Grand Canyon ist der Skywalk. Nicht im Nationalpark angesiedelt, sondern von den Supai Indianern ein bisschen weiter westlich gebaut, ist es eine Art Bogen aus Glas über tiefem Abgrund. Für satte 75 Dollar darf man einen Blick in die Tiefe wagen.
Havasu Canyon
Abseits des Grand Canyon gibt es immer wieder kleinere Canyons, die meistens eher unbekannt sind, trotz allem haben auch sie ihre Reize; Wie zum Beispiel der Havasu Canyon. Tief im Canyon gibt es wunderbare Wasserfälle und Badepools. Allerdings ist der Weg dorthin beschwerlich. Entweder zu Fuß oder mit dem Muli ca. 8 Meilen ins Supai Village, im dem Indianer leben. Reservierungen muss man vornehmen und beim Betreten des Dorfes Eintritt bezahlen.
Das Naturerlebnis, wirklich fern von westlicher Zivilisation und mit nur wenigen anderen Touristen, die den Weg nicht scheuen, sollte aber für die Preise der Indianer entschädigen.
Weitere Informationen zum Gran Canyon:
Grand Canyon Railway
Grand Canyon Skywalk
Havasu
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