Das Ziel der Höhenanpassung oder auch Akklimatisation (was nicht anderes als Anpassung heißt) ist ein komplexer Vorgang, der - je nach Höhe - mehrere Tage oder sogar Wochen dauern kann. Ziel ist es, den Sauerstoffbedarf trotz geringerem Sauerstoffgehalt in der Luft zu gewährleisten!
Ihre Atmung erfolgt in der Höhe schneller und tiefer. Durch eine Erhöhung Ihrer Atemfrequenz und der Luftmenge pro Atemzug können Sie die Gesamtmenge von 8 auf bis zu 200 Liter pro Minute steigern - und so bekommt ihr Körper dann auch genug Sauerstoff! Das braucht einfach nur Zeit ...
Schon bei einem zu schnellen Anstieg auf "nur" 4.000 Meter können Störungen der Gehirnfunktionen auftreten, zum Beispiel bei einem Flug in diese Höhe. Umso wichtiger ist es für Sie über die richtige Höhenanpassung Bescheid zu wissen und zu erkennen, wenn etwas nicht stimmt.
Das A und O bzw. die wichtigste Regel ist es, nicht zu schnell in große Höhen aufzusteigen! Idealerweise zu Fuß und nicht mehr als 500 bis 600 Höhenmeter pro Tag. Dann hat der Körper Zeit, sich darauf einzustellen. Die Sauerstoffsättigung der roten Blutkörperchen steigt an und die Herztätigkeit wird beschleunigt.
Der Ruhepuls ist eine gute Kontrollmöglichkeit Messen Sie zu Hause mehrmals morgens gleich nach dem Aufwachen Ihren Ruhepuls - und wiederholen Sie das auch während der Berg- oder Höhentrekking-Tour. Ist Ihr Ruhepuls mehr als 20% höher als normal, ist die Akklimatisation auf der jeweiligen Höhe noch nicht abgeschlossen. Ab 4.500 Meter wird das allerdings selten erreicht, hier muss noch etwas großzügiger gerechnet werden ...
Ihr Blut wird "dicker" Die Hälfte des Blutes besteht aus Blutzellen, hauptsächlich roten Blutkörperchen. Es bilden sich in der Höhe nicht so schnell so viele neue rote Blutkörperchen wie nötig. Der Körper hat einen anderen Trick: Blutflüssigkeit und Blutplasma wird einfach verstärkt über die Niere ausgeschieden, so wird die Konzentration der roten Blutkörperchen erhöht - besser für den Sauerstofftransport - aber das Blut wird zähflüssiger. Deshalb: trinken Sie viel !!!
Einschlafprobleme? Mit zunehmender Höhe können Sie (bei noch nicht ausreichender Höhenanpassung) schlechter einschlafen. Das ist ein weiteres Zeichen auf das Sie achten sollten - und nehmen Sie auf keinen Fall Schlafmittel.
Was kann sonst noch helfen? Wenn die Zeit (z. B. während eines typischen Kilimanjaro-Trekkings von 5-7 Tagen) nicht ausreicht, können Sie durch eine Vorakklimatisierung die Höhenanpassung erhöhen. Der Körper merkt sich das bis zu zwei Wochen. Also entweder einen etwas niedrigeren Berg kurz vorher beteigen, z.B. den Mount Meru in Tansania, oder Sie halten sich ein paar Tage in den Alpen zwischen 3.000 und 4.000 Metern Höhe auf. Je höher je besser - aber nicht zu hoch!
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