von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Die Troposphäre (die dünnste Schicht der Atmosphäre) ist am Äquator etwa 16 km, an den Polen etwa 8 km dick. Die prozentuale Zusammensetzung der Luft (ca. 21% Sauerstoff, ca. 78% Stickstoff) ist darin überall gleich. Aber der Luftdruck verändert sich - bis zum Gipfel des Mount Everest fällt er um etwa zwei Drittel. Wenn der Luftdruck fällt, fällt auch die Dichte der Gasmoleküle und natürlich auch die der Sauerstoffmoleküle.
Also verringert sich dort die Gesamtmenge die man mit einem Atemzug aufnehmen kann auf ein Drittel, verglichen mit der auf Meereshöhe. Wir brauchen dort, salopp gesagt, drei Atemzüge um die gleiche Menge Sauerstoff aufzunehmen. Auf einer Höhe von 5.000 Meter beträgt der Luftdruckabfall (und damit die Sauerstoffmenge) etwa 50 Prozent. Außerdem ist der Luftdruck noch abhängig vom Breitengrad und von den örtlichen Wetterverhältnissen.
Zur Höhenanpassung zwei Beispiele
Wenn Sie Ihre Höhenverträglichkeit erst mal "testen" wollen, reisen Sie am besten zu einem tropischen Gipfel in Äquatornähe (z. B. Kilimanjaro), denn dort ist der Luftdruck auf knapp 6.000 Metern höher als z. B. im Himalaya.
Durch eine schnelle Veränderung der Wetterlage am Everest, kann es z. B. passieren, dass in Höhen über 7.500 Metern der Luftdruck so schnell fällt, dass schlagartig an gleicher Stelle viel weniger Sauerstoff in der Luft ist.
Höhenanpassung: Die 4 Höhenbereiche
Akklimatisation oder auch Höhenanpassung
Akklimatisation bedeutet "Anpassung an eine neue Umgebung" - in unserem Fall geht es natürlich um die Anpassung an die "dünne Luft" im Hochgebirge. Es ist ein komplexer Vorgang, der im Normalfall einen bis mehrere Tage dauert. Die Atmung geht in der Höhe schneller und wird tiefer. Das passiert automatisch durch das Atemzentrum im Hirnstamm.
Wenn Sie sich aber länger in größerer Höhe aufhalten, verändert sich die Steuerung der Atmung in Ihrem Körper. So genannte "Glomuskörperchen" an den Halsschlagadern übernehmen die Steuerung der Atmung (ganz vereinfacht formuliert). Bis das aber tatsächlich funktioniert vergehen ein bis mehrere Tage - das ist individuell verschieden - und auch mal schlafarme Nächte.
Diese Artikelreihe wird fortgesetzt.
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