von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Dzanga Sangha: Benannt nach zwei Wasserläufen
Seinen Namen hat das Schutzgebiet Dzanga Sangha von zwei wichtigen Wasserläufen dieser Region: Der Dzanga ist ein eher kleiner Bach, der durch die Dzanga Bai fließt, die berühmteste der Regenwaldlichtungen, auf der sich manchmal bis zu 150 Waldelefanten gleichzeitig einfinden. Der Sangha-Fluss ist die Lebensader für die lokale Bevölkerung und ein wichtiger Transportweg - ein zum Teil sehr breiter typischer Urwald-Fluss, der träge zum Kongo hinfließt.
Dzanga Sangha: Weltweit einmalige Regenwald-Lichtungen
Die beiden herausragendsten Sehenswürdigkeiten im Dzanga Sangha Reservat sind zum einen die weltweit einmaligen Regenwald-Lichtungen, genannt "Bai". Bai bedeutet in der lokalen Sprache so viel wie "dort, wo die Tiere fressen". Die bekannteste Lichtung ist die Dzanga-Bai. Außerdem ist es im Dzanga Sangha Schutzgebiet weltweit zum ersten Mal gelungen, Flachlandgorillas zu habituieren, also an die Anwesenheit von Menschen zu gewöhnen.
Dzanga Sangha: Lage und Klima
Dzanga Sangha liegt nördlich des Äquators im südwestlichen Dreieck der ZAR (Zentralafrikanische Republik), quasi eingeschlossen zwischen Kamerun im Westen und der Republik Kongo im Osten. Die Hauptstadt der ZAR, Bangui, liegt knapp 500 km entfernt in östlicher Richtung. Es empfiehlt sich allerdings eine Anreise durch Kamerun unter anderem aufgrund besserer Flugverbindungen - entweder über die Hauptstadt von Kamerun Yaoundé oder über die größte Stadt Kameruns Douala. Beide Ziele werden zum Beispiel von Swiss und Brussels Airlines regelmäßig mehrmals pro Woche angeflogen.
Die Gesamtfläche beträgt mehr als 4.000 Quadratkilometer, wobei die Kernzone der Dzanga-Ndoki-Park bildet, zusammen knapp 1.400 Quadratkilometer (Dzanga etwa 500, Ndoki etwa 725 Quadratkilometer).
Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt etwa 1.500 mm. Es gibt zwei Regenzeiten im September/Oktober und Mai/Juni. Dezember bis Februar ist eine empfehlenswerte Reisezeit. In den 8 Tagen, die wir Anfang Dezember 2009 dort unterwegs waren, hat es nur ein einziges Mal tagsüber leicht geregnet, nachts allerdings öfter. Die Durchschnittstemperaturen betragen im Juli knapp 25 Grad, im April sogar knapp 30 Grad Celsius. Es herrscht das ganze Jahr über "immerfeuchtes Äquatorialklima".
Dzanga Sangha: Sehenswürdigkeiten
Neben den Highlights Flachlandgorillas und Waldelefanten finden sich auf den Lichtungen u.a. auch Riesenwaldschweine, Waldbüffel, Bongos (Sumpfantilopen) und mehrere andere Affenarten ein. Ein weiterer Höhepunkt ist ein Besuch bei den BaAka, den Pygmäen. Die Pygmäen leben zum Teil noch sehr ursprünglich und Sie können sie beim Sammeln und Jagen im Wald begleiten, eine wirklich tolle Erfahrung!
Lesen Sie auch meine weiteren Artikel zum Dzanga Sangha Schutzgebiet, wo ich die angesprochenen Themen ausführlicher darstelle.
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