von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Dzanga Sangha im Südwesten der Zentralafrikanischen Republik
Im Südwesten der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) liegt eines der letzten großen Primärwaldmassive. Es ist Teil des riesigen Kongobeckens, wo sich der zweitgrößte Dschungel der Welt überhaupt erstreckt - hier leben knapp die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Schon Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wollte man in der Region Dzanga Sangha ein Schutzgebiet errichten. Hier leben unter anderem Bongos (eine seltene Antilopenart), Schimpansen, westliche Flachlandgorillas und sehr bedeutende Wald-Elefantenpopulationen.
Dzanga Sangha: Abkommen 1988
Am 16. Januar 1988 wurde ein Abkommen zwischen dem WWF und der ZAR unterzeichnet. Das heutige Schutzgebiet Dzanga Sangha bildet die Kernzone des geplanten trinationalen Nationalparks Sangha, zu dem demnächst angrenzende Gebiete in der Republik Kongo und Kamerun gehören sollen.
Dzanga Sangha: Dzanga-Ndoki-Nationalpark
Das Schutzgebiet Dzanga Sangha ist aus mehreren Zonen zusammengesetzt. Es gibt zwei Kernzonen (Dzanga und Ndoki), die zusammen einen Nationalpark von knapp 1.500 Quadratkilometern bilden - hier gelten die üblichen Kriterien: Jagen, Fischen, Waldwirtschaft, Minenabau und Sammeln von Pflanzen ist verboten. Touristen werden aber in kleinen Gruppen von Führern und Fährtenlesern zum Beispiel zu den habituierten Flachlandgorillas oder zu den Elefantenlichtungen geführt.
Bekannt wurde dieses Gebiet unter anderem auch durch Werbemaßnahmen von Krombacher, die seit 1992 den WWF mit einer Regenwaldstiftung bei diesem Projekt unterstützen. Erst vor kurzem wurde eine große Solarstromanlage dort errichtet, von der zum Beispiel auch die (bisher einzige) Doli-Lodge profitiert. Dieselgeneratoren gehören nun der Vergangenheit an.
Dzanga Sangha: Tropenwald-Reservat Dzanga Sangha
Darüber hinaus ist das Tropenwald-Reservat Dzanga-Sangha (rund 3.400 Quadratkilomater) Teil des Schutzgebiets. Es umschließt die Kernzone und wurde geschaffen um den Interessen der lokalen Bevölkerung, hier besonders die BaAka-Pygmäen und (Holz)-Wirtschaftsunternehmen, Rechnung zu tragen. Jagd, Fischfang, Sammeln, Land- und Forstwirtschaft sind hier kontrolliert und eingeschränkt möglich und erlaubt.
Im Reservat befinden sich auch mehrere Siedlungsräume, der Verwaltungssitz der Region und das ehemalige Holzfällerdorf Bayanga. Hier kommt das eigentliche Dilemma ganz besonders zur Oberfläche. Es gab dort ein Holzwirtschaftsunternehmen und Sägewerk - deshalb sind viele Menschen in diesen Ort gezogen. Hier gab es Arbeit! Nun sind aber die wirtschaftlichen Möglichkeiten in letzter Zeit stark eingeschränkt worden, also herrscht große Arbeitslosigkeit. Davon betroffen sind auch das örtliche Krankenhaus, Schulen etc. Vielleicht ist der Ökotourismus eine Chance für die Menschen vor Ort. Eine Reise dorthin lohnt sich allemal und offenbart ein noch sehr ursprüngliches Afrika.
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