von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Dzanga Sangha: Bai
Bai bedeutet frei übersetzt: "da, wo die Tiere fressen". Man nimmt heute an, dass geologische Bodenbeschaffenheiten die Ursache für die Entstehung der Bai war, und dass die Waldelefanten für das Fortbestehen verantwortlich sind. Im gesamten Dzanga Sangha--Gebiet gibt es über hundert Bai.
Die bekannteste Waldlichtung ist die Dzanga Bai - das "Dorf der Elefanten". Die Bai dehnen sich entlang kleiner Bäche aus. Auf ihnen wächst Gras, doch hauptsächlich sind sie geprägt von Schlammlöchern.
Dzanga Sangha: Tiefe Löcher und lautes Trompeten
Auf den Bai graben Waldelefanten tiefe, aber oft recht schmale Löcher. Sie saugen mit ihren Rüsseln die im Wasser gelösten Mineralstoffe und Salze auf. Vorher blasen sie lautstark die Luft aus - das ist Teil der typischen Geräuschkulisse an den Waldlichtungen - und schon von weitem zu hören.
Dazu kommt noch sehr lautes trompeten, womit die Waldelefanten sich auch untereinander verständigen. Regelmäßig kommt es zu Kraftproben zwischen jungen Elefantenbullen oder ersten Paarungsversuchen von Jungtieren. Insgesamt bekommt man hier einen spannenden Einblick ins Familienleben und Sozialverhalten der Waldelefanten.
Dzanga Sangha: Bai-Wanderungen
Es lohnt sich, z. B. nachmittags nach einem Gorillatracking, eine Bai-Wanderung zu unternehmen. Begleitet von Pygmäen-Führern ist es Touristen möglich, durch die Wälder zu wandern. Es gibt viele Vögel zu beobachten und Wolken von Schmetterlingen fliegen um einen herum.
Angst vor nassen Füßen dürfen Sie nicht haben - immer wieder müssen Bäche und kleine Flüsse, oder größere unter Wasser stehende Wiesen durchquert werden. Angst vor den Waldelefanten brauchen Sie nicht haben, die Pygmäen wissen schon lange vor Ihnen, wo welche sind und weichen ihnen geschickt und großräumig aus.
Riesenwaldschweine in Dzanga Sangha
Die Löcher füllen sich mit Wasser, was dann auch den anderen Tieren die Möglichkeit bietet, beim Trinken daraus die wertvollen Mineralien und Salze aufzunehmen. Neben Elefanten und Büffeln sind Riesenwaldschweine die größten Besucher der Bai. Diese riesigen Tiere können bis zu 200 Kilo schwer werden. Sie tauchen immer in Gruppen auf, fressen Gräser und suhlen sich im Schlamm.
Bongo-Antilopen in Dzanga Sangha
Auf den Bai in Dzanga Sangha lassen sich die sonst sehr scheuen und bisher kaum bekannten Bongo-Antilopen beobachten. Bongos sind die größte Waldantilopenart ganz Afrikas. Sie sind mit Ihren gestreiften Körpern sehr schön anzusehen.
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