von Andreas Klotz, veröffentlicht in Aktivreisen
Die Rushegura-Gruppe gilt als sehr wanderfreudig und ziemlich unkalkulierbar: Im Juni 2008 hat sie sich eine Zeitlang ganz nah am Ort aufgehalten. Ich habe Bilder gesehen, wo einzelne Tiere auf den Treppen einer Lodge in Buhoma sitzen. Länger als 20 Minuten musste man nicht gehen um sie zu sehen. Im August 2008 war ich bei dieser Gruppe - und wir mussten knapp 4 Stunden laufen, bis wir sie endlich getroffen haben. Das war dann genau zur Mittagszeit und die Tiere haben fast nur geschlafen.
Zeitweise kein Berggorilla Tracking zur Rushegura-Gruppe möglich
Ungefähr im Oktober/November 2008 ist die Rushegura-Gruppe sogar über die Grenze in den Kongo abgewandert und konnte mehrere Wochen lang nicht von Touristen besucht werden.
Im Januar 2009 war ich dann wieder in Buhoma und durfte, gemeinsam mit einem Team Fotografen, mehrere Berggorilla Trackings erleben. Wir haben uns aufgeteilt und u.a. die Rushegura-Gruppe an zwei aufeinanderfolgenden Tagen besucht. Am ersten Tag dauerte es nur etwas mehr als eine Stunde - doch die Besucher mussten die ganze zur Verfügung stehende Stunde "hinter den Gorillas" her laufen, denn die Rushegura-Gruppe war in ständiger Bewegung. Viele Fotos zeigen die Tiere von hinten!
Nur einen Tag später erreichte ich die Gruppe ebenfalls nach ca. einer Stunde - und es war fast nichts von ihnen zusehen. Sie saßen weit oben in den Bäumen - kleine schwarze Punkte im grünen Blätterdach. Doch wir hatten Glück: der Silberrücken kam bald herunter, legte sich gemütlich auf eine kleine Lichtung, und fast die gesamte Gruppe sammelte sich innerhalb weniger Minuten um ihn herum: ein einmaliges Erlebnis!
Aktuell (Januar/Februar 2009) besteht die Rushegura-Gruppe aus 19 Individuen. Der Silberrücken heißt "Mwirima" und das jüngste Mitglied ist gerade Mal 4 Monate alt.
Leider gibt es noch etwas sehr Negatives zu berichten: die Rushegura-Gruppe hat über Jahre hinweg oft auf dem Gelände der Parkverwaltung übernachtet. Wirklich direkt neben dem Ausgangspunkt der Berggorilla Trackings! Ausgerechnet dort baut man nun (mit Unterstützung/Finanzierung der Weltbank) ein Verwaltungs-Bürogebäude. Wer kommt auf so eine Idee?
Der Wald wurde gerodet, die Berggorillas regelrecht vertrieben - und das in einem Nationalpark! Es sieht so aus, dass sich die Tiere wieder berappeln und es keine langfristigen Folgen hat, ändern kann man es sowieso nicht mehr... viele mit denen ich gesprochen habe, gehen davon aus, dass das auch der Grund war, warum diese Gruppe in den Kongo abgewandert war. Zum Glück sind sie wieder zurück gekommen!
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