Artikel vom 19. Januar 2012 von Jutta Baur, veröffentlicht in Stress
Hypochondrie behandeln: Wenn die Angst um die Gesundheit zum Stress wird
Die gute Nachricht zuerst: Hypochonder haben eine nachweisbar deutlich höhere Lebenserwartung als andere Menschen. Sie achten mehr auf Ihren Körper und leben gesünder. Die schlechte Nachricht ist die, dass hypochondrischen Menschen der Spaß am Leben oft abhanden kommt.
Es ist ja nicht nur die dauernde Angst vor Krankheiten, die den Betroffenen zu schaffen macht. In den allermeisten Fällen erkennen die Patienten das Irrationale ihrer Befürchtungen. Sicher geht es Ihnen genauso. Angehörige rennen offene Türen ein, wenn sie Ihnen sagen, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen. Sie wissen das und es hilft dennoch nicht.
Als hypochondrischer Mensch quälen Sie sich mit Dauerstress. Alle Ihre Antennen sind stets auf Empfang gerichtet, um kleinste Auffälligkeiten wahrzunehmen. Das ermüdet die Seele. Darum sollten Sie sich nicht scheuen und Hilfe suchen. Eine Hypochondrie ist nichts, dessen man sich schämen muss.
In Untersuchungsreihen, wie auch in der Praxis gibt es inzwischen drei Ansätze, die gute Ergebnisse zeigen. Medikamentös können sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer helfen. Das sind keine Beruhigungsmittel und sie machen auch nicht süchtig. Für viele Menschen mit einer Krankheitsangst sind allerdings Tabletten nicht geeignet. Die Furcht vor Nebenwirkungen ist häufig zu groß.
Beim verhaltenstherapeutischen Behandlungsmuster lernt der Patient, sich seinen Ängsten mehr und mehr zu stellen. So wird er beispielsweise zusammen mit seinem Therapeuten ein Krankenhaus besuchen. Da sich der Stresspegel nur eine bestimmte Zeit aufrecht erhalten kann, tritt nach einer Weile eine Entspannung ein. Dies muss natürlich mit dem Therapeuten gut auf den jeweiligen Fall abgestimmt sein. Diese Methode stammt aus der klassischen Angsttherapie und zeigt hervorragende Erfolge.
Bei einer anderen Variante wird versucht, den negativen Erwartungen entgegen zu steuern. Man untersucht, warum es für den Patienten notwendig ist, stets die Kontrolle über seinen Körper zu behalten. Außerdem stärkt man das Vertrauen in körperliche Vorgänge.
Alle Entspannungsmaßnahmen unterstützen beim Bewältigen einer Hypochondrie. Sie senken den Status an Stresshormonen. Der Körper hat damit die Chance "runterzufahren". Von einem niedrigeren Stresslevel aus, lässt sich einfacher ein kühler Kopf bewahren. Als zusätzliche Hilfe ist zum Beispiel Progressive Muskelentspannung wunderbar geeignet.
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