Gesunde Ernährung: Leinöl beugt Bluthochdruck vor

Leinöl ist ein wunderbares reichhaltiges und gesundes Öl. Erfahren Sie mehr über die Pflanze Lein, die uns Menschen schon viele tausend Jahre begleitet und die Inhaltsstoffe des Öls. Die Wirksamkeit wird erklärt und Anwendungen sowie Rezepte vorgestellt. Auch Leinöl mit Quark findet Erwähnung.

Der Lein: der Vielgebrauchte stellt sich vor

Lein, auf botanisch Linum usitatissimum (was vielgebraucht bedeutet), ist eine uralte Kulturpflanze, die man schon in steinzeitlichen Siedlungen nachweisen konnte. Er gehört zu den Leingewächsen und wird auch Flachs genannt. Er wird als Faserpflanze und zur Ernährung angebaut. Die einjährige Pflanze liefert den Leinsamen und das daraus gepresste Öl. Sie blüht blau und wer einmal in ein blühendes Leinfeld geschaut hat, wird den Anblick nie vergessen. Fahren Sie einmal im Sommer in die Lausitz, dort besteht die Chance, Leinfelder zu erleben.

Woher weiß ich, dass mein Leinöl von guter Qualität ist?

Es gab früher viele kleine Ölmühlen in Deutschland und im Biosektor wird gerade versucht, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Allerdings kommt der meiste  ökologische Lein aus Import, vor allem Russland, USA und Kanada.

Es gibt gelben und braunen Leinsamen, wobei der gelbe ein etwas milderes Öl liefert. Gute Ölqualität wie schonende Pressung und vernünftiger Anbau garantieren Ihnen die großen Bioverbände wie Demeter oder Bioland. Öle sollte man nur aus solchen Quellen kaufen, es sei denn Sie haben das Glück, eine Ölmühle in der Nähe zu haben.

Frisch gepresst ist Leinöl ein nussiger Genuss. Die Aufbewahrung sollte immer in braunen Flaschen und im Kühlschrank erfolgen, sonst sind die wertvollen Inhaltsstoffe bald hinüber. Das Leinöl in weißen Flaschen im Neonlicht des Supermarktes schmeckt ranzig, bitter und taugt bestenfalls zur Holzbehandlung.

Was ist im Leinöl Gesundes drin?

Die Inhaltsstoffe von Leinöl sind natürlich Fette. Hier sind insbesondere die vielen ungesättigten Fettsäuren ernährungsphysiologisch wertvoll. Leinöl ist das Pflanzenöl mit dem höchsten Gehalt an Alpha-Linolensäure (bis zu 60%). Diese Omega-3-Fettsäure ist essentiell, wird allerdings nur zu maximal 10% in die biologisch besonders aktiven DHA und EPA umgewandelt, die wir besonders in Fischölen finden. Omega-3-Fettsäuren sind essentiell für den Nervenstoffwechsel. Sie beugen Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und Herzproblemen vor und verbessern den Blutfluss.

Wie man Leinöl zu sich nehmen sollte

Die erste Forderung: so frisch wie möglich! Ranziges Öl ist nicht mehr gesund, unter Umständen sogar das Gegenteil. Die zweite Forderung: in keinem Fall erhitzen. Sie können aber einen Löffel Leinöl über die fertig gekochten Karotten oder anderen Gemüse geben. Auch als Teil des Salatöls, zum Beispiel mit Olivenöl gemischt, ist es wunderbar.

Sie können es auch Ihrem morgendlichen Müsli zufügen, Brot hineinstippen oder Dips damit herstellen. Der Klassiker zumindest in Berlin bleibt aber Leinöl mit Quark und Pellkartoffeln. Ein Hering dazu verbessert die Omega-3-Bilanz zusätzlich. Die im Quark enthaltenen schwefelhaltigen Aminosäuren erhöhen die biologische Wirksamkeit der ungesättigten Fettsäuren, die Sauerstoffversorgung der Zellen wird verbessert.

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