von Edmunda von Roit, veröffentlicht in Krankheiten
Schmerzhaftes Brennen und Jucken, vermehrter Ausfluss, Rötungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr lassen darauf schließen, dass es sich bei den Symptomen um Herpes genitalis handelt. Es können Fieber, Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellung und Kopfschmerzen auftreten.
Die Beschwerden ähneln der einer Grippe. Bei Frauen können vor allem die Scheide und der Gebärmutterhals betroffen sein. Frauen leiden häufiger an Genitalherpes als Männer, weil sie eine größere Schleimhautfläche besitzen.
Bei Männern treten die Beschwerden meist an der Eichel, der Vorhaut und dem Penisschaft auf. Die juckenden Bläschen sind schmerzhaft und brennen. Sie können aufbrechen und in Geschwüre übergehen. Nach dem Aufplatzen der Bläschen trocknen diese ein und nach etwa 10 Tagen klingen die Beschwerden ab.
Eine Ansteckung des Sexualpartners ist während der Sichtbarkeit der Bläschen extrem hoch! Sie liegt bei über 80 Prozent. Aber auch etwa 14 Tage vor dem akuten Ausbruch der Infektion und noch etwa zwei Wochen danach kann durch einen Sexualpartner Genitalherpes übertragen werden. Doch nicht nur durch einen Sexualpartner, sondern auch bei der Geburt kann die Mutter das Neugeborene mit dem Virus anstecken.
Herpes genitalis wird vom Herpes simplex-Virus Typ II übertragen. Im Gegensatz dazu wird Lippenherpes vom Herpes simplex-Virus Typ I übertragen. Der Virus Typ II vermehrt sich zehnmal stärker als der Typ I. Dadurch werden viel mehr Hautzellen zerstört. Sie können sich nun vorstellen, dass Genitalherpes noch viel ansteckender ist, als Lippenherpes. Zudem können sich auf der vom Herpes-Virus geschädigten Haut vermehrt Bakterien und Pilze ansiedeln. Dies kann zu weiteren Infektionen führen.
Die Behandlung sollte immer in der Hand des Arztes liegen. Antivirale Arzneimittel werden bei Herpes genitalis fast ausschließlich zur inneren Anwendung eingesetzt. Dazu gehören die Wirkstoffe Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir. Die Wirksamkeit äußerlich anzuwendender antiviraler Arzneimittel ist sehr umstritten. Meist werden bei Genitalherpes nur Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir verwendet. Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt, Zinksalbe und Hautpflegemittel unterstützen die Haut beim Abheilen.
Eine Unterkühlung der Geschlechtsorgane macht anfälliger für Genitalherpes. Hormonveränderungen, wie Schwangerschaft und Regelblutungen, können Herpes im Genitalbereich fördern.
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