von Edmunda von Roit, veröffentlicht in Gesundheit
Unser Immunsystem kann außer Kontrolle geraten. In diesem Fall greift es unsere körpereigenen Zellen an. Schwere Entzündungsprozesse sind die Folge davon. In diesem Fall spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Diabetes mellitus Typ-1, die rheumatoide Arthritis oder auch die Multiple Sklerose gehören zu den Autoimmunerkrankungen. Auch die entzündliche Dickdarm- Erkrankung mit dem Namen Morbus Crohn zählt dazu.
Der bisher am meisten gewählte Weg, um die rheumatoide Arthritis und die anderen Autoimmunerkrankungen einzudämmen, war die Gabe von so genannten Immunsupressiva. Diese Arzneimittel sollen durch Herunterfahren der überschießenden Immunreaktionen die Autoimmunerkrankung im Griff halten. Das Immunsystem wird durch die Gabe der Immunsupressiva nur noch auf Sparflamme gefahren, dies hat allerdings zur Folge, dass der Körper sich nicht mehr gegen Eindringlinge wie Bakterien und Viren wehren kann, wie dies normalerweise der Fall ist.
Maßgeschneiderte Dämpfung des Immunsystems
Fünf Jahre lang wurde an der Universität in Konstanz unter der Leitung von Professor Groettrup geforscht, um den Schlüssel für eine maßgeschneiderte Dämpfung des Immunsystems zu finden. Professor Groettrup und sein Team wurden fündig.
Das Immunproteasom, dies ist ein Enzymkomplex mit drei Untereinheiten, der für die Immunabwehr in unserem Körper zuständig ist, transportiert bei einer Entzündung die Proteintrümmer an die Zelloberfläche. Dort wird diese Zelle dann von den T-Lymphozyten, dies ist eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, erkannt und abgetötet. Professor Groettrup und sein Team haben getestet, welche Folgen es hat, wenn die Untereinheiten des Immunproteasoms ausschaltet werden. Das Ergebnis war erstaunlich. Ohne die Immunproteasom-Untereinheiten verschwanden die entzündlichen Reaktionen.
Es soll in Zukunft nicht mehr notwendig sein, das komplette Immunsystem lahm zu legen, denn die Forscher hoffen, dass bald ein Medikament entwickelt werden kann, das die überschießenden Immunreaktionen auf sanfte Weise drosselt. Dies hätte den Vorteil, dass das Immunsystem nicht mehr lahm gelegt werden muss, sondern immer noch fähig ist, sich gegen Eindringlinge zu wehren. Außerdem könnte die Behandlung durch die viel feinere Dosierung für die Patienten wesentlich verträglicher werden.
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| Dr. Spitzbart's Gesundheitspraxis | Länger und gesünder leben | Natur & Gesundheit |
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