Artikel vom 27. Januar 2012 von Andreas Brieschke, veröffentlicht in Gesundheit
Die nächste Grippewelle kommt bestimmt.
Immer, wenn eine Grippewelle droht, kaufen viele Menschen auf Vorrat Tamiflu und ähnliche Grippemittel. Bei der Vogelgrippenangst war es zeitweise nicht mehr zu bekommen. Auch haben die Industrieländer sich mit solchen Mitteln bevorratet, um bei einer gefährlichen echten Grippewelle handeln zu können. Es kommen aber immer wieder berechtigte Zweifel auf, ob die Wirkung auch hält, was sie verspricht.
Tamiflu und ähnliche Mittel sind sogenannte Neuraminidaseinhibitoren. Sie hemmen im Reagenzglas die Vermehrung von Influenzaviren. Dabei wird die Neuraminidase, ein wichtiges Enzym, blockiert und die Viren können sich nicht mehr verbreiten - daher der Name. Influenzaviren verursachen die echte Grippe und auch die Vogelgrippe.
Der wirkliche Nutzen einer Anwendung am erkrankten Menschen ist seit der Zulassung vor 12 Jahren umstritten. Die Milliardengewinne der Hersteller sind es nicht. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Laut Hersteller können Virusübertragung und die Gefahr schwerer Komplikationen wie Lungenentzündungen verringert werden. Mit dieser Indikation ist Tamiflu in Europa durch die europäische Arzneimittelagentur EMA auch zugelassen worden.
An dieser Aussage gibt es aber erhebliche Zweifel von verschiedenen Seiten. Dazu trägt auch das Verhalten der Hersteller bei. Von den zehn klinischen Studien, die die Wirksamkeit belegen sollen, sind nämlich acht nie veröffentlicht worden.
Außerdem kam die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA zu einer gegenteiligen Einschätzung. In den USA darf Tamiflu nicht als wirksam zur Verhinderung von Komplikationen beworben werden, weil diese nicht als belegt gilt.
Nun gibt es eine weitere Stimme die sogar behauptet das Tamiflu überhaupt nicht wirkt: Den neusten Cochranereport. Die "Cochrane-Collaboration" ist ein renommiertes unabhängiges Institut, das Arzneimittelwirksamkeit jenseits von Lobbyarbeit überprüft. Der Report kommt zu der Einschätzung, dass Tamiflu bei Grippepandemien nutzlos sei. Die einzig belegte Wirkung, eine Verkürzung der Krankheitsdauer um einen Tag, sei zudem auf die Dämpfung der Symptome durch die Hemmung des Immunsystems zurückzuführen.
Als Heilpraktiker kann ich angesichts der Informationslage nur raten, Geld zu sparen und den bewährten Naturheilmitteln zu vertrauen. Außerdem gibt es jede Menge Möglichkeiten, Ihr Immunsystem vorbeugend zu stärken. Im extremen Notfall kann man ja zusätzlich noch Tamiflu nehmen. Hier kann ich mir allerdings eine Bemerkung nicht verkneifen, die man als Naturheilkundler täglich hört: Man muss halt dran glauben, der wissenschaftliche Beweis steht noch aus.
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| Dr. Spitzbart's Gesundheitspraxis | Länger und gesünder leben | Natur & Gesundheit |
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Mein Name ist Andreas Brieschke. Ich bin Ihr Experte für Naturheilkunde und Heilkräuter.