von Adelheid Fangrath, veröffentlicht in Erziehung
Kinder wollen mit Piercings auffallen
An bestimmte Modetrends erinnern sich sicher auch noch die Eltern. Plötzlich trugen alle einen Parka oder bestimmte Sportschuhe. Wer diese Trends nicht mitmachen konnte, war schnell außen vor. Gerade in der Pubertät sind Kinder noch sehr unsicher. Nicht mehr die Meinung der Eltern zählt sondern die Beurteilung der Altersgenossen. Vielen Kindern mangelt es noch an Selbstvertrauen, um nicht im Strom der anderen mitzuschwimmen.
Auf der anderen Seite bieten außergewöhnliche Outfits die Möglichkeit, sich schrill und auffallend von den anderen abzusetzen. Beide Tendenzen sind typisch für die Pubertät, und Eltern müssen darauf achten, dass diese Aktionen keine bleibenden Schäden hinterlassen.
Sind Piercings für Kinder gefährlich
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hält Piercings und Tätowierungen für bedenklich und fordert ein gesetzliches Verbot dieser Eingriffe bei Minderjährigen. Sie können Entzündungen, Verletzungen und andere Komplikationen wie Allergien hervorrufen. Diese Probleme entstehen vor allem nach dem Besuch eines unsauber arbeitenden Studios, in dem die Hygienevorschriften nicht beachtet werden. Wenn Piercings allerdings in einem professionellen Studio eingesetzt werden, kann das Risiko erheblich minimiert werden.
Mögliche Komplikationen durch Piercings
Ab wann kann ein Kind sich piercen lassen
Für ein Piercing oder eine Tätowierung brauchen Jugendliche unter 18 Jahren die Einwilligung der Eltern. Hier ist es also den Eltern überlassen, wie sie den Wunsch des Kindes bewerten. Zunächst sollten Eltern gelassen bleiben und ihren Widerwillen nicht zu deutlich zeigen. Finden Sie den Grund für das Piercing heraus: Ist es nur eine vorübergehende Laune oder steckt ein echter Herzenswunsch dahinter.
Manchmal sind Moden auch kurze Zeit später schon wieder out, zum Beispiel das so genannte Arschgeweih-Tatoo. Wenn Sie mit Ihrem Kind eine Liste der Vor- und Nachteile aufstellen, kommen Sie ins Gespräch und stupsen zugleich ihr Kind an, sich seinen Wunsch noch einmal zu überlegen. Bleibt Ihr Kind standhaft, dann sollten Sie zustimmen, wenn Sie nicht schlüssige Gegenargumente liefern können. Bieten Sie an, Ihr Kind bei der Auswahl des Studios zu helfen und es auf Wunsch auch zu begleiten.
Bei Jugendlichen ab 16 Jahren können Eltern einem Piercing nach reiflicher Überlegung zustimmen. Jüngeren Kindern bieten Sie stattdessen eine Wartezeit von einem Jahr an. Wenn es sich danach immer noch ein Piercing wünscht, darf es sich eines stechen lassen. Im Gegensatz zu Tätowierungen lassen sich Piercings leicht entfernen, die Löcher wachsen etwas zu und sind in der Regel kaum sichtbar. Eine Tätowierung ist dauerhaft und lässt sich nur schmerzhaft per Laser wieder entfernen. Darüber sollte Ihr Kind selber entscheiden, wenn es volljährig ist.
Das richtige Studio für Piercings
Sorgfältige Körperpflege bei Piercings
Die gepiercte Stelle 2 x täglich mit einer antibakteriellen Seife waschen. Rückstände auf dem Schmuck reinigen Sie mit Salzwasser. Denken Sie auch daran, dass frische Piercings nicht mit Wasser in Berührung kommen dürfen. Ein Piercing während der Freibadsaison ist nicht so günstig.
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Gast
25. Juni 2009, 09:28, im Forum Erziehung
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