von experto.de Redaktion, veröffentlicht in Erziehung
Rechenschwäche bei Kindern: Den Lernstand mithilfe der Eltern feststellen
Tragen Sie im Elterngespräch die Beobachtungen über die Rechenkompetenz des Kindes zusammen:
Rechenschwäche erkennen
Kinder mit einer Rechenschwäche machen die gleichen Fehler wie andere. Doch der Unterschied ist, dass sie diese viel häufiger und viel länger machen. In den ersten beiden Schuljahren fällt auf, dass sie sehr lange Zählhilfen brauchen, z.B. die Finger. Denn sie rechnen zählend, schaffen den Übergang zu operativen Strategien oft lange Zeit nicht und merken sich auch einfache Operationen nicht.
Sie können Mengen schwer einschätzen, vertauschen die Stellenwerte und lernen das Rechnen mit Maßeinheiten nur schwer. Der Zehnerübergang, die Zerlegung von Zahlen und erst recht Umkehr- und Tauschaufgaben gelingen oftmals auch nach vielfachen Wiederholungen nur mechanisch und werden bald wieder vergessen. Das Kind versagt, sobald die Umsetzung bzw. eine Variation verlangt wird.
Eltern berichten oft, dass ihr Kind durch das fleißige Üben die geforderten Rechenoperationen beherrscht. Doch sobald bei einer Lernzielkontrolle verschiedene Aufgabentypen gefordert werden, versagt es wieder.
Die Eltern frühzeitig einbeziehen
Beobachten Sie diese Probleme über mehrere Monate hinweg, stellen Sie mit den Eltern zusammen einen Förderplan für die Schule und für zu Hause auf. Geben Sie den Eltern außerdem folgende Tipps mit:
Empfehlen Sie den Besuch beim Experten
Empfehlen Sie beim Verdacht auf Rechenschwäche auf jeden Fall, den Schulpsychologen einzuschalten. Denn es gilt, das weitere Absinken der Leistungen und Sekundärstörungen aufzuhalten: Teilleistungsschwächen wie die Rechenschwäche strahlen oft auf das gesamte schulische Lernen aus.
Das Kind verliert das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und gibt regelrecht auf. Es ist nur noch schwer zur Beschäftigung mit Zahlen und Mengen zu bewegen. Die häufigen Misserfolgserlebnisse dämpfen meist die Freude am gesamten Schulbesuch.
Bitten Sie die Eltern, den Spezialisten aufzusuchen, bevor es zu Vermeidungsreaktionen und psychosomatischen Beschwerden wie Bauch- oder Kopfweh am Morgen kommt. Über sein Fachgutachten oder – je nach Bundesland – das Gutachten eines Facharztes für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie kann das Kind psychologische Hilfestellung durch einen Dyskalkulie-Therapeuten bekommen. In der Regel übernimmt das Jugendamt die Kosten für die Therapie wegen einer drohenden seelischen Behinderung.
Praxis-Tipp
Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie bietet Eltern viele ausführliche Informationen. Der Austausch mit anderen Eltern hilft oft über die großen Sorgen hinweg, die durch eine Rechenschwäche entstehen: http://www.legasthenie.net/.
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