von Adelheid Fangrath, veröffentlicht in Erziehung
Wie Kinder sprechen lernen
Schon Babys lernen die Sprache, indem sie ihre Bezugspersonen beobachten und sich deren Laute einprägen. Zunächst plappert es Laute nach, dann entstehen Wörter und schließlich Sätze. Auch mehrere Sprachen kann ein Baby leicht lernen, wenn die Eltern konsequent diese Sprachen sprechen. Untersuchungen zufolge gelingt das Sprachenlernen besonders gut in den ersten drei Lebensjahren.
Vorteile der mehrsprachigen Erziehung
Wenn beide Eltern verschiedene Nationalitäten haben, ist es für das Kind wichtig, beide Sprachen zu sprechen, um seine Identität zu entwickeln. Die Sprache vermittelt viele Aspekte über die jeweilige Kultur. Außerdem fördert eine mehrsprachige Erziehung die sprachliche und geistige Entwicklung des Kindes.
Probleme mit der mehrsprachigen Erziehung
Viele Eltern lassen sich leicht verunsichern, wenn Ihre Kinder die Sprachen vermischen. Es kann auch sein, dass das Kind erst etwas später spricht. Aber mit etwas Geduld geben sich viele Probleme von alleine. Allerdings sollten Eltern klare Regeln vereinbaren, um das Sprachenlernen zu vereinfachen.
Personengebundene mehrsprachige Erziehung
Die gängigste Methode zur mehrsprachigen Erziehung ist die Sprache mit Personen zu verbinden. Der Vater spricht mit seinem Kind in seiner Muttersprache, die Mutter in ihrer. Im Kindergarten und mit Freunden wird die Sprache des Landes gesprochen, in dem die Familie lebt. Das erfordert von den Eltern oft große Konzentration, damit Sie sich daran halten. Es wird noch schwieriger, wenn ein Elternteil die Sprache des Partners nicht beherrscht und sich ausgeschlossen fühlt.
Situationsgebundene mehrsprachige Erziehung
Die Eltern können auch vereinbaren, zu einer bestimmten Tageszeit oder an bestimmten Tagen in einer festgelegten Sprache zu sprechen. Dieses Trennungsprinzip nach Situationen ist sinnvoll, wenn ein Elternteil zum Beispiel berufsbedingt selten oder nur am Wochenende zu Hause ist. In der Praxis hat diese Methode ihre Nachteile, weil es schwer fällt, immer konsequent zu bleiben. Auch setzt es voraus, dass beide Eltern beide Sprachen gleich gut beherrschen.
Der erste Satz bestimmt die Sprache
Es ist auch möglich, dass zwischen den Sprachen gewechselt wird. Der erste Satz bestimmt, in welcher Sprache gesprochen wird. Das setzt aber wieder voraus, dass beide Eltern beide Sprachen gut sprechen.
Einige Tipps für die mehrsprachige Erziehung
Literatur:
Vassilia Triarchi-Herrmann: Mehrsprachige Erziehung: Wie Sie Ihr Kind fördern. Reinhardt Verlag München, 2. Auflage 2006.
ISBN-13: 978-3497018833
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