von Nam Kha Pham, veröffentlicht in Frauen & Karriere
"Wir können uns keine Alleingänge mehr leisten"
Die Konferenz Dell Women’s Entrepeneur Network (DWEN), die in Kooperation mit der Beratungsgesellschaft Ernst & Young und dem Business-Netzwerk Endeavor Global zum dritten Mal durchgeführt wurde, fand im Juni 2012 in Neu-Delhi statt und wurde von der Forbes-Woman-Präsidentin Moira Forbes moderiert.
Melanie Vogel, Autorin auf experto.de: "Für mich ist es eine unglaubliche Chance, mit innovativen Unternehmerinnen aus der ganzen Welt Kontakt aufzunehmen, drei Tage in einem völlig anderen Kontext und in einer mir völlig fremden Kultur Erfahrungen zu sammeln, zu netzwerken und meinen eigenen Horizont zu erweitern. Eine solche Gelegenheit ist unbezahlbar und ich freue mich, Teil dieses Netzwerks zu sein."
MV: "Ich habe zum einen gehofft, von der Erfahrung anderer Unternehmerinnen lernen zu können. Ich bin sehr gespannt, wie das Geschäft in anderen Ländern funktioniert und vor allem wollte ich Erkenntnisse darüber sammeln, wie sich die Situation von Business-Frauen in anderen Ländern und Kulturkreisen darstellt und entwickelt. Ich habe mich auf inspirierende Gespräche, neue Kontakte und viele innovative Ideen gefreut, mit denen ich nach Hause komme."
MV: "Man muss in Indien zwischen der gebildeten und der ungebildeten Schicht unterscheiden. In den Slums der Städte haben Frauen wenige Chancen auf Aufstieg und berufliches Fortkommen. Im Gegenteil erschien mir die indische Gesellschaft hier als sehr männerorientiert."
MV: "Die Frauen, die ich bei der DWEN-Konferenz kennen gelernt habe, sind moderne, aufgeschlossene, hoch qualifizierte Frauen, die Indien als einen unglaublichen Wachstumsmarkt mit sehr vielen Chancen sehen.
Hier ist mein Eindruck, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind und Frauen sehr bewusst den Schulterschluss mit den Männern suchen und sich auch erfolgreich behaupten - mit deutlich weniger Hemmungen als deutsche Frauen. Die qualifizierten Inderinnen sind sich ihrer Chancen sehr bewusst und sie nutzen sie aus und haben den unbedingten Willen erfolgreich zu sein."
MV: "Der internationale Zusammenschluss von Frauen hat mich sehr inspiriert. Ich konnte viele internationale Kontakte knüpfen und werde nun in den kommenden Wochen und Monaten versuchen, dieses Netzwerk weiter auszubauen."
MV: "Auf jeden Fall! Der Event hat gezeigt, dass Frauen - wenn sie wollen - sehr machtvolle Netzwerke knüpfen können. In unserer schnelllebigen Welt sind Netzwerke vorteilhaft, denn mit ihnen kommt man schneller an Informationen – damit schaffen sich Frauen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil."
MV: "Ich habe Kontakte zu verschiedenen Frauen gesucht - unter anderem zu einer Unternehmerin aus Luxemburg, einer Frau aus Frankreich und einer Kanadierin, die seit über 20 Jahren in Japan lebt. Alle drei Frauen verfügen in ihren jeweiligen Ländern über sehr spannende Netzwerke und können uns helfen, unsere Kongressmesse women&work in den jeweiligen Ländern zu platzieren.
Ob wir das mit allen Ländern umsetzen, ist noch nicht sicher, aber es besteht zumindest die Chance, nun auch Märkte zu betreten, dessen Sprache wir nicht sprechen – und das sind ganz spannende Zukunftsperspektiven für uns."
MV: "Ich denke, eines der Hauptprobleme ist die sehr schlechte Infrastruktur vor Ort, eine unvorstellbare Masse an Menschen, die keine Schulbildung genießen, fehlende Akzeptanz und Unkenntnis anderer Länder und über deren Märkte und damit auch ein Zögern potenzieller Investoren, das den aufstrebenden Prozess wieder verlangsamt. Korruption, mangelnde Rechtssysteme und häufig veraltete Rollenbilder sind aus meiner Sicht weitere Schwierigkeiten, denen sich Frauen stellen müssen."
MV: "Weniger eine Forderung, eher eine Erkenntnis: Nach den Bildern, die ich in Indien gesehen habe, bin ich der Überzeugung, dass Indien den Aufschwung nicht alleine schaffen wird. Bis zum Jahr 2020 liegt das Durchschnittsalter der Bevölkerung bei 29 Jahren. Der Industriesektor will um 40 Prozent wachsen und 110 Millionen Jobs schaffen. Die Infrastruktur dazu fehlt aber vor allem in den ländlichen Gegenden.
Indien ist daher auf Investitionen aus dem Ausland angewiesen. Letztlich haben wir in Europa ähnliche Probleme wie in Indien. Wir haben Regionen, denen es wirtschaftlich schlecht geht. Anstelle aber Geld in diese Regionen zu pumpen, hielte ich es für sehr viel sinnvoller, die Wirtschaftlichkeit dieser Länder zu stärken durch das Schaffen von Arbeitsplätzen, durch die Ausbildung von sozial schwachen Menschen und durch die Unterstützung beim Aufbau eines Rechts- und Wirtschaftssystems, das die Basis bilden muss für gesundes Wachstum.
Auch hier gilt die Regel des Netzwerkens: Gemeinsam ist man stärker. Weder wir Frauen allein, noch Konzerne oder Staaten können sich in unserer heutigen Welt Alleingänge leisten oder im Solo erfolgreich sein."

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