von Alexander, M. Loitsch, veröffentlicht in Konfliktmanagement
Business Coaching versus Personal Coaching – wofür entscheiden?
Systemisches Business Coaching bedeutet, einer Organisationseinheit (Team, Gruppe, Mannschaft) oder einer Einzelperson (Manager, Vorstandsmitglied, Sportler, Politiker) für eine gewisse Zeit zur Seite zu stehen, um einen Entwicklungsprozess zu unterstützen und zu begleiten. Der Coach ist also dazu da, seinem Klienten ("Coachee") zu helfen, vorher abgesteckte Ziele zu erreichen.
Dies kann eigentlich alles sein, von der Vorbereitung einer wichtigen Rede vor der Presse über den Sieg bei einem sportlichen Ereignis bis zu Konfliktlösungen im Berufsalltag. Flankierend dazu entwickelt sich dabei in der Regel auch eine persönliche Vertrautheit zwischen den beiden, welche dann meistens dazu führt, dass der Coach auch noch als Helfer bei privaten Anliegen zu Rate gezogen wird. In diesem Falle sprechen wir dann schon vom "Personal Coaching".
Der Grundtenor der Branche besagt, dass Coaching aus dem Business kommt und es so eigentlich kein "Personal Coaching" geben kann. Die Praxis zeigt jedoch, wie es wirklich aussieht: Beruf und Privatleben sind in der Regel schwer bis gar nicht voneinander zu trennen. Gibt es in der Firma Probleme, werden diese, oft unbewusst, mit nach Hause genommen und vice versa.
Daher ist es oft gar nicht möglich, beide Bereiche strickt zu trennen, denn sobald ein Klient private Probleme hat, schlägt sich das unweigerlich in seinem Beruf nieder.
Systemisches Coaching ist in breiten Bevölkerungsschichten oft leider gar nicht bekannt. Jeder denkt sofort, wenn er den Begriff hört, dassder Klient krank ist und erst einmal eine Therapie benötigt, ehe er wieder auf die Menschheit losgelassen werden darf. Dem ist absolut nicht so! Ein Kollege hat einmal zu mir gesagt: "Du bist wie ein Psychiater für Gesunde."
Rein fachlich ist das natürlich falsch. Psychiater sind Ärzte, die psychisch Kranke mittels (Medikamenten-)Therapie wieder auf Vordermann bringen wollen. Durch schlecht gemachte Darstellungen in amerikanischen Filmen ist nämlich tatsächlich der Beruf des Psychotherapeuten, bei dem Patienten auf einer Couch liegen, um eine Gesprächstherapie zu machen, als "Psychiater" in die Köpfe der Bevölkerung gesetzt worden. Durch dieses falsche Bild passt die Assoziation des Spruches jedoch wieder.
Um es also einfach zu formulieren: Ein Coach hilft nicht bei psychischen Störungen (Schizophrenie, Borderlinesyndrom etc.), sondern er hilft bei der Bewältigung und Lösung von Problemen, die psychisch gesunde Menschen haben. Und das kann nun mal alles sein, von Problemen in der Ehe über Konflikte am Arbeitsplatz bis hin zur Hilfestellung bei der Lösung von allgemeinen Fragen ("Wo finde ich den idealen Urlaub für mich", "Was kann ich gegen meine Essattacken machen" etc.).
Daher sind beide Bereiche nur sehr schwer zu trennen, was aber in der Regel ohnehin nicht im Interesse des Klienten wäre.

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