von Herbert Heinzel, veröffentlicht in Unternehmen
Ist der PDCA-Zyklus auch für ganze Lieferketten geeignet?
Die PDCA-Vorgehensweise (Englisch: Plan, Do, Check, Act) definiert einen iterativen Prozess über 4 Stufen zur Kontrolle und permanenten Verbesserung von Geschäftsabläufen und Produkten. Hierbei ist es Aufgabe des Managements, Verbesserungs-Projekte spezifischen Mitarbeitern zuzuweisen, die dafür voll verantwortlich sind und in der Folge auch bezüglich Budget- und Zeit-Einhaltung überprüft werden.
Nein! Die Grundidee eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ist, dass dieser Zyklus niemals endet. Das Ziel ist letztlich, Perfektion zu erreichen, obwohl klar ist, dass dieses Ziel eigentlich nie komplett erreicht werden kann. Es geht um die Einstellung von Mitarbeitern und Führungskräften, ständig nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen, diese sofort umzusetzen, dann von Neuem zu beginnen. Hierbei ist wichtig, dass niemand für Fehler bestraft wird, sondern dass alle aus diesen unvermeidlichen Fehlern lernen, die Ursachen beseitigen und damit den Gesamtablauf optimieren.
Diese Philosophie wurde in der Folge auch von Toyota konsequent umgesetzt (siehe auch meinen Artikel: "Das Toyota Produktionssystem TPS"). So hat ein Amerikaner letztlich dazu beigetragen, dass ein japanischer Wettbewerber zur Benchmark für Qualität in der Automobilindustrie geworden ist.
Der Anteil, den heute ein Unternehmen an der Wertschöpfung eines Gesamtproduktes hat, wird durch die ständige Erhöhung der Arbeitsteilung permanent geringer. Durch den geringeren Anteil an der Gesamt-Wertschöpfung eines Produktes oder einer Dienstleistung verringert sich natürlich auch die Möglichkeit eines Unternehmens, über Prozessverbesserungen Qualität und Kosten des produzierten Produktes oder der erstellten Leistung zu verbessern.
Mit anderen Worten der Hebel, den ein einzelnes Unternehmen ansetzen kann, wird immer geringer. So ist zum Beispiel die Wertschöpfung, also die Fertigungstiefe von Toyota von über 75% vor etwa 50 Jahren auf etwa 20% für ein typisches Produkt im heutigen Angebot gesunken. D. h. mit anderen Worten, dass 80% des Wertes eines solchen Automobils nicht vom Hersteller des Fahrzeugs, sondern von seinen Lieferanten erzeugt werden.
Konsequenterweise ist es durchaus sinnvoll darüber nachzudenken, ob sich die an einer gesamten Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen zusammenschließen sollten, um gemeinsam die Philosophie des PDCA-Zyklus zum Wohle des Endkunden und natürlich auch zu ihrem eigenen Vorteil anzuwenden. Dies setzt natürlich voraus, dass zwischen den beteiligten Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette eine entsprechende Vertrauensbasis geschaffen werden kann.
Heute ist es oft noch üblich, dass der Bezieher von Material und Komponenten beim Lieferanten erreichte Verbesserungen über Kostendruck und Preissenkung abschöpft. Dies führt konsequenterweise zu der Tatsache, dass erreichte Verbesserungen nicht offen zwischen den Partnern kommuniziert werden. Ziel ist also eine sogenannte Win-win-Situation zu schaffen, von der alle Beteiligten, zum Beispiel entsprechend ihrem Anteil an der Gesamt-Wertschöpfung, profitieren.
Hierbei ist es notwendig, dass an der jeweiligen Kunden-Lieferanten-Schnittstelle zwischen den beteiligten Unternehmen klare Vereinbarungen definiert werden, die Partner sich gegenseitig helfen, diese Vereinbarungen effektiv umzusetzen und die erreichten Ergebnisse zwischen den beteiligten Partnern fair geteilt werden.
Durch moderne Methoden und Werkzeuge im Bereich der Geschäftsprozessoptimierung und der IT-Infrastruktur ist dieses heute technisch ohne Probleme umsetzbar.

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Mein Name ist Herbert Heinzel. Ich bin Ihr Experte für Geschäftsprozessoptimierung.