Gute Führungskräfte: Vorbilder für die Mitarbeiter
"Ein guter Arbeitgeber setzt auf ein hohes Führungsniveau. Entscheidend ist dabei ein vorbildliches Verhalten der Führungsriege." Das ist die Erkenntnis einer jährlich durchgeführten Untersuchung in Unternehmen. Doch was tun Führungskräfte, wenn sie Vorbild sind? Brauchen sie übermenschliche Fähigkeiten, um als Idealbild Vorbildcharakter zu haben?
Führungskräfte brauchen Werte, die ihr Handeln leiten
Unternehmen brauchen Visionen, Strategien und Management. Darüber hinaus brauchen sie Führungskräfte, die von Werten und inneren Überzeugungen geleitet werden. Führungskräfte, die nicht nur Managementkompetenz haben, sondern Kompetenz im Menschen führen. Gute Führungskräfte brauchen eine Grundeinstellung von Wertschätzung und Vertrauen gegenüber ihren Mitarbeitern.
Diese Führungskräfte -“ und das gilt besonders für die ganz oben, denn sie sind das Vorbild für alle im Unternehmen -“ sind fest davon überzeugt, dass Mitarbeiter gute Leistung bringen können und wollen. Sie haben ein positives Menschenbild. Und mit diesem Bild im Kopf handeln und führen sie in ihrem Unternehmen.
Die Haltung von Wertschätzung und Vertrauen ist wie ein selbstverstärkender Kreislauf: Die Führungskraft hat Vertrauen in die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Der Mitarbeiter fühlt, dass ihm etwas zugetraut wird. Und je mehr er erkennt, dass seine Arbeit und seine Leistung wertgeschätzt werden, dass seine Arbeit Sinn macht, umso mehr Spaß hat er an seiner Arbeit.
Je mehr Begeisterung er an der Sache hat, desto leistungsfähiger und lernfähiger ist er. Motivation, Engagement und die Identifikation mit dem Unternehmen fallen so auf einen fruchtbaren Boden. Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt: Begeisterung ist Dünger für das Gehirn.
Wer Vertrauen und Zutrauen gibt, bekommt Loyalität und Vertrauen wieder zurück
Vertrauen in die Führungsebene entsteht, wenn die so handelt, wie sie redet und so redet, wie sie handelt. Authentizität der Führungsriege ist also gefragt, denn nur so glauben die Mitarbeiter auch das, was ihnen gesagt wird. Wenn Führungskräfte Werte und Haltungen nur wie eine Filmrolle überstreifen und denken, so könnten sie ihre Mitarbeiter motivieren und zu mehr Leistung bringen, dann scheitert dieses Vorhaben. Mitarbeiter merken schnell, wenn sie manipuliert werden sollen. Wer sich manipuliert fühlt, entwickelt selten Loyalität.
Werte und Grundeinstellungen, die das Handeln von Führungskräften leiten, sind nichts, was man wie ein Kochrezept übernehmen kann. Haltungen und Werte, wie Zusammenarbeit im Unternehmen aussehen soll, entstehen in der gemeinsamen Diskussion auf der Führungs- und Mitarbeiterebene. Sie sind das Ergebnis intensiver Reflexionsarbeit. Einige Fragen helfen Ihnen bei dieser Arbeit:
Wie sieht die Führungskultur in Ihrem Unternehmen aus?
Wie viel Zeit investiert Ihr Unternehmen in die Beschäftigung mit Fragen zum Thema Führung und Zusammenarbeit?
Welche Werte sind in Ihrem Unternehmen wichtig?
Welche Merkmale, Haltungen und Werte sind charakteristisch für das Management Ihres Unternehmens?
Welche Vorbilder gibt es für Sie in Ihrem Unternehmen?
Wie wird das Leitbild Ihres Unternehmens gelebt? Wie stark identifizieren sich die Mitarbeiter selbst damit?
Was sind die (nicht nur fachlichen) Voraussetzungen zur Übernahme von Führungsaufgaben?
Wie viel Zeit nehmen Sie sich im Jahr, um Ihre Führungsrolle zu reflektieren und sich mit sich auseinander zu setzen?
Wer mit sich selbst und seinen Führungskollegen in der regelmäßigen Diskussion über das Thema Führung ist, wird seine Mitarbeiter respektvoll führen - und sie nicht nur managen.
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