von Wera Nägler, veröffentlicht in Büroorganisation
Sommer-Outfit: Schnell ein Thema
Kennen Sie das? Sie nehmen an einer Tagung teil. Alle freuen sich über die sommerlichen Temperaturen. Sie aber ärgern sich. Denn die Kollegen, mit denen Sie sich in der Pause gern über das Vortragsthema unterhalten hätten, witzeln schon seit zehn Minuten lautstark über die "tiefen Einblicke", die die letzte Rednerin gewährte. Als Sie "die Jungs" zur Ordnung rufen, entspinnt sich eine "lustige" Diskussion darüber, dass neben großzügigem Dekolleté auf jeden Fall durchsichtige Oberteile als Businesskleidung zulässig sein sollten.
Sommer-Outfit: Nackte Haut? Aber nicht im Büro!
Wenn Sie eine Zeitschrift aufschlagen, werden Sie auf Unmengen nackter Haut in Anzeigen und Artikeln treffen. Nackte Haut – bevorzugt weibliche – ist ein bis heute funktionierendes Mittel, um Aufmerksamkeit auf Produkte oder Kunst zu lenken sowie die Einschaltquoten für Fernsehen und Kino zu erhöhen.
Nackte Haut im Fernsehen und im Privatleben ist das eine. Doch im Berufsleben erzielen nackte Haut und das Betonen der Weiblichkeit eine ganz andere Wirkung: Sie vermitteln Unprofessionalität, Unerfahrenheit, fehlendes Gespür für angemessenes Auftreten.
Eventuell wird es gewertet als ein Versuch, mangelnde Kompetenz zu verschleiern. Machen Sie sich klar: Wer einmal im Büro für ein aufreizendes Outfit bekannt ist, wird diesen Ruf schwerlich wieder umdrehen können. Und wenn Sie dann das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden, sage ich Ihnen: Stimmt, es ist auch so, Sie werden nicht ernst genommen.
Kennen Sie den Dresscode für das Sommer-Outfit im Büro?
Vor allem für Frauen gibt es viele Möglichkeiten, sich in der Freizeit passend und mit derselben Kleidung im Büro völlig unpassend zu kleiden. Jüngere Frauen beim Berufseintritt kann dies nochmals besonders betreffen. Hier sollten Sie unterscheiden zwischen der Berufskleidung eines Büromenschen und der Berufskleidung eines Popstars.
Privat können Sie tragen, was Sie möchten. Im Büro allerdings gibt es entweder einen offiziell formulierten Dresscode. Auf jeden Fall gibt es immer einen unausgesprochenen, aber trotzdem allgemein gültigen Dresscode. Der kann variieren nach Unternehmen, Branche, Position und Funktion. Aber es wird ihn geben, glauben Sie mir.
Sie merken an den ersten fünf großen Fehlern, dass dies alles Fallstricke sind, die Frauen betreffen. Sie und ich können darüber denken, wie wir wollen. Das sind die derzeitigen "Regeln". Ich bringe es gern auf den Punkt: Sie werden sich in den meisten Berufen und gerade in Büroberufen entscheiden müssen, ob Sie als "weiblich-verführerisch" oder als "fachlich-kompetent" wahrgenommen werden möchten. Es gibt nur einen schmalen Grad des sowohl-als-auch. Nachdem Sie Teil 2 gelesen haben, kennen Sie auch die letzten fünf Fallstricke, die das Sommer-Outfit für Frauen und für Männer bereit hält.
Gutes Gelingen!
Ihre Wera Nägler, Expertin für Büroorganisation
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