von Wera Nägler, veröffentlicht in Büroorganisation
Ärger im Büro
Kennen Sie das? Sie haben gerade wie besprochen die E-Mail versendet, da kommt Ihr Chef und hat noch Änderungswünsche. Oder ein Kollege hat eine Information an Sie nicht weitergegeben und die Arbeit, die Sie gemacht haben, war größtenteils umsonst. Oder ein Kunde ruft trotz wiederholter Absprachen nicht zurück und Sie kommen mit der Angebotserstellung nicht weiter.
Sie kennen den Kunden und wissen jetzt schon: Wenn er sich dann endlich meldet, will er fünf Minuten später das Angebot vorliegen haben. "Ärger, nichts als Ärger", denken Sie schlecht gelaunt. "Am liebsten würde ich meinem Chef/Kollegen/Kunden mal richtig die Meinung sagen!" Doch Sie wissen selbst, dass jetzt nicht der richtige Moment dazu ist.
Was machen Sie mit Ihrem Ärger in der "heißen" Phase?
Sie wissen, dass es meist unklug ist, seinem Ärger sofort Luft zu machen. Andererseits wollen Sie auch nicht an Ihrem Ärger "ersticken" und immer nur "runterschlucken". Doch wenn man richtig verärgert ist, läuft man Gefahr, zu emotional zu werden. Oft ist dann die eigene Reaktion für die einzelne, aktuelle Situation überzogen.
Wer dann noch befürchtet, die Fassung zu verlieren, sagt oft erst recht nichts. Doch der Ärger schwelt dessen ungeachtet weiter. Die Gedanken kreisen immer wieder um die ärgerliche Situation, die Konzentration lässt nach und schon passieren Fehler. Wieder ein Grund, sich zu ärgern! Ich möchte Ihnen meine Ärgerbox vorstellen (sie ist angelehnt an die sogenannte Sorgenkiste). Drei Schritte sind dazu erforderlich:
Aus dem Kopf in die Ärgerbox
Richten Sie sich eine Schachtel mit Deckel ein, beispielsweise eine Geschenkbox. Wenn Sie eine ärgerliche Situation nicht sofort klären und Ihrem Ärger nicht Luft machen können, schreiben Sie auf einen Zettel einen Halbsatz oder ein Stichwort. Wenn es Sie richtig gut entlastet, schreiben Sie ruhig auch mehr.
Dann kommt der Zettel in die Ärgerbox. Ich mache gern einen Schlitz in den Deckel und schiebe den Zettel so gefaltet in die Box. Jetzt sollte der Ärger aus Ihrem Kopf sein. Wenn nicht: Schreiben Sie einfach einen weiteren Zettel mit dem Stichwort und notieren Sie beispielsweise dazu "immer noch großer Ärger!!!!".
So geht’s weiter mit der Ärgerbox
Einmal in der Woche leeren Sie die Ärgerbox. Vereinbaren Sie dazu mit sich einen festen Termin. Beim Sichten bewerten Sie: Welcher Ärger ist bereits verraucht oder geklärt und damit erledigt? Diese Zettel werfen sie gleich weg. Betrachten Sie die verbliebenen Zettel: Mit wem und zu welchem Thema oder Verhalten besteht noch Klärungsbedarf?
Durch das Zwischenlagern in der Ärgerbox haben Sie normalerweise genug Abstand gewonnen, um jetzt zu wissen, wie Sie ein solches Gespräch mit der betreffenden Person führen könnten. Überlegen Sie sich, wie für Sie eine gute Lösung für das Gespräch oder die auslösende Situation aussehen würde. Und dann: Führen Sie das Gespräch!
Jetzt sind Sie dran – Ärger? Nein danke!
Kleiner Ärger ist mit der Ärgerbox in gute Bahnen gelenkt. Durch den zeitlichen Abstand kommen Sie raus aus den heißen Emotionen, in denen Sie sonst vielleicht mehr Porzellan zerschlagen, als Sie möchten. Wiederkehrende Themen oder Personen werden durch die Ärgerbox im Laufe der Zeit allerdings deutlicher.
Und das sind dann manchmal "dicke Brocken", für die es nicht so schnell eine Lösung gibt. Das kann dazu führen, dass Sie sich selbst unter zu starken Handlungszwang setzen. Achten Sie dann darauf, dass Sie sich die Zeit nehmen, die Sie brauchen, um sich auf ein solch schwieriges Parkett zu begeben. Vielleicht sind meine folgenden Fragen dabei für Sie hilfreich: Was brauche ich, um das zu klären? Wer oder was kann mich dabei unterstützen? Wann werde ich es tun?
Gutes Gelingen! Schreiben Sie mir, wenn Sie mögen.
Ihre Wera Nägler, Expertin für Büroorganisation
Lesen Sie auch den Beitrag Mache ich mich bereits bei Kollegen unbeliebt?
Kennen Sie schon unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter "Expertentipps von A-Z"?
Statt Hunderte von Fachberichten und Informationsdiensten selbst
auszuwerten, erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten
Ereignisse und Trends von unseren Experten kostenlos per E-Mail!
» Jetzt kostenlos anfordern! «
|
|
|
| Neues Arbeitsrecht für Vorgesetzte | Korrespondenz Training kompakt | Die 55 wichtigsten Checklisten für Sekretärinnen und Assistentinnen |
Keine Kommentare vorhanden
Jetzt kommentieren oder fragen
Bitte loggen Sie sich ein, um zu kommentieren oder Fragen zu stellen.
Sind sie neu hier? Dann registrieren Sie sich jetzt kostenlos.